Home
http://www.faz.net/-gqi-t399
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Sicherheitstechnik Abwerben unerwünscht

03.07.2006 ·  In der Forschung und Entwicklung sind Informatiker und Physiker so rar, daß sich deutsche Unternehmen den Nachwuchs auf dem Markt gerecht teilen und nicht gegenseitig Experten abwerben. In der Ausbildung ist langer Atem gefragt.

Artikel Lesermeinungen (0)

Der Wettbewerb in der Sicherheitstechnik bringt es mit sich, daß deutsche Hersteller zunehmend auch im Ausland fertigen. Für Deutschland gibt es keine belastbaren Beschäftigungszahlen, da die Abgrenzung große Schwierigkeiten bereitet. Wann zählt der Einbau einer Brandschutztür zur Sicherheitstechnik, wann ist etwa die Überwachung eines Objektes eine reine Dienstleistung. Der Siemens-Konzern etwa, dessen Sicherheitstechnik in der Gebäudetechnik angesiedelt ist, beschäftigt weltweit rund 3.000 der insgesamt 20.000 Mitarbeiter von Siemens Buildung Technologies.

Bedarf an Personal ist trotz des Kostendrucks auch im Inland vorhanden. Das betrifft Facharbeiter ebenso wie Ingenieure etwa der Elektrotechnik von Fachhochschulen und Universitäten. Vereinzelt werden auch Wirtschaftsingenieure gesucht. Oben auf der Liste stehen unter anderem die Inbetriebsetze sowie Servicemitarbeiter. Neben Ingenieure haben auch Schulabgänger mit ittlerer Reife Chancen, die eine qualifizierte Ausbildung etwa als Elektrotechniker machen.

Erst zwei bis drei Jahre „mitlaufen“

Insgesamt braucht die Ausbildungsphase eine vergleichsweise lange Zeit. In der Regel folgt der Ausbildung in der Praxis vor Ort: Zwei bis drei Jahre muß ein Mitarbeiter in der Montage „mitlaufen“, bevor er eigenständig in der Inbetriebsetzung von Sicherheitsanlagen arbeiten kann. Hat er sich bewährt, kann er nach einigen Jahren in den Service aufsteigen. In jedem Fall sind in diesem Job Einzelkämpferqualitäten gefragt, wie es ZVEI-Fachverbandssprecherin Angelika Staimer formuliert.

In der Forschung und Entwicklung sind Physiker, besonders jedoch Informatiker, rar. Sie sind so gefragt, daß die überschaubare Zahl der deutschen Anbieter wie Siemens und Bosch gewissermaßen ein Gentlemen's Agreement haben, sich nicht gegenseitig die Experten abzuwerben. Daher nehmen die Unternehmen schon früh mit den Universitäten, etwa in Wuppertal, Bochum oder der TU Berlin, Kontakt auf, um so die Kräfte zu rekrutieren. Von Vorteil sind in jedem Fall praktische Erfahrungen. Das muß nicht allein eine Ausbildung sein. Die Tätigkeit als Assistent oder Forschungsarbeiten an der Uni können Pluspunkte bringen.

Fortbildung ist unumgänglich

Nicht zu unterschätzen ist die ständige Weiterbildung. Sie ist ein Muß. Denn in der Europäischen Union wird die Sicherheitstechnik noch stark durch Reglementierungen und Normen bestimmt, die auch von Land zu Land noch sehr unterschiedlich ausfallen können. Und natürlich ändern sich solche Vorschriften ständig. Da ist Fortbildung unumgänglich. Viele Unternehmen bieten für ihre Mitarbeiter immer wieder Seminare an, um nicht den Anschluß zu verlieren.

Quelle: kön. / F.A.Z., vom 30. Juni 2006
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 25 39

30.05.2012 15:57 Uhr
  Vortag
Dax 6.307,38 −1,40%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.374,21 −1,43%
Dow Jones 12.456,60 −0,99%
EUR/USD 1,2428 −0,48%
Rohöl Brent Crude 103,91 $ −2,75%
Gold 1.579,50 $ 0,00%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.