12.08.2008 · Die größte Schweizer Bank UBS hat nach einem weiteren Quartalsverlust die Aufspaltung ihrer Geschäftsbereiche angekündigt. Der Marktausblick bleibt verhalten. Die UBS will weitere Stellen streichen und Risiken reduzieren.
Die Schweizer Großbank UBS hat im zweiten Quartal 2008 weitere Abschreibungen von 5,1 Milliarden Franken auf ihre Investitionen im amerikanischen Kreditmarkt vornehmen müssen und ist mit 358 Millionen auf einen Verlust gekommen, der etwas höher als erwartet ausfiel. Das Geschäft der Bank soll neu in drei Geschäftsbereiche gegliedert werden, die als selbstständige Einheiten mit erweitertem Entscheidungsspielraum und verstärkter Ergebnisverantwortung operieren sollen.
Das neue Geschäftsmodell werde es UBS erlauben, „effizienter und rascher“ auf neue Entwicklungen in der Finanzbranche zu reagieren. Zudem erhalten die einzelnen Geschäftsbereiche stärkere Anreize, Erfolg aus eigener Kraft zu erzielen, ohne dafür auf Kapital anderer Bereiche oder günstige Refinanzierungssätze angewiesen zu sein. Insgesamt werde durch die Reorganisation des Unternehmens die strategische Ausrichtung geändert, teilte die UBS weiter mit. Diese Entscheidung sei eine Folge der „intensiven Überprüfung“ der Strategie.
Keine „spezifischen Pläne“ für einen Verkauf der Investmentbank
In den einzelnen Geschäftsbereichen sollen die strategischen Prioritäten verlagert werden. Der Bereich „Global Wealth Management & Business Banking“ soll insbesondere durch die Ausweitung der Präsenz in Wachstumsmärkten weiter ausgebaut werden. In der Sparte Investmentbanking sollen Bilanz und Risikopositionen zusätzlich reduziert werden. Im Geschäftsbereich „Global Asset Management“ sollen neue Leistungsanreize sowohl für das Management als auch für die Mitarbeitenden geschaffen werden. Die UBS geht davon aus, dass dieses Programm Ende 2009 abgeschlossen sein wird.
Zwar machte UBS-Verwaltungsratspräsident Peter Kurer am Dienstag bei der Vorlage des Abschlusses für das zweite Quartal deutlich, dass „zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinerlei spezifischen Pläne“ für einen Verkauf der Investmentbank oder eines anderen Gruppenteils bestehen. Für die Zukunft wollte er aber keine Möglichkeit ausschließen, wenn es darum gehe, Werte für die Aktionäre zu maximieren. Es seien bisher auch keine ernstzunehmendes Angebote für einen Gruppenteil eingegangen, ergänzte Kurer vor den Medien.
Verluste in der Vermögensverwaltung
Vor allem der Geldabfluss beim Paradepferd Vermögensverwaltung für Reiche und Superreiche fiel höher aus als Analysten erwartet hatten. Der Netto-Neugeldabfluss im internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft belief sich auf 17,3 Milliarden Franken nach einem Zufluss von noch gut fünf Milliarden Franken im Quartal davor. Analysten hatten ein Minus von etwa fünf Milliarden Franken erwartet. Dazu kam, dass Schweizer Kunden weiterhin von der Bank weggehen, die Nettoabflüsse beliefen sich in der Schweiz auf zwei Milliarden Franken. Beim Global Asset Management, wo die Bank das Fondsgeschäft und institutionelle Kunden angesiedelt hat, betrug der Abfluss 24,5 Milliarden Franken. Und der Vorsteuergewinn im Bereich Global Wealth Management & Business Banking sank gegenüber dem Vorquartal um 48 Prozent auf 1,12 Milliarden Franken. Das in der Vermögensverwaltung verdiente Geld braucht die Bank dringend, um die Löcher zu stopfen, die die Kreditkrise bei der Investmentbank aufgerissen hat.
Die UBS rechne nicht mit einer Verbesserung des wirtschaftlichen Umfeldes in der zweiten Jahreshälfte, teilte die Bank am Dienstag weiter mit. Man werde damit fortfahren, den Personalbestand, die Kosten und die Risikopositionen weiter abzubauen. Anfang Juli hatte die Bank zusammen mit einer Steuergutschrift von drei Milliarden Franken ein ausgeglichenes bis leicht negatives Ergebnis angekündigt. Von Reuters befragte Analysten hatten den Verlust auf 270 bis 280 Millionen Franken geschätzt.
Quartal für Quartal tiefer in die roten Zahlen
Vor Jahresfrist, bevor die Subprime-Krise so richtig einschlug, hatte UBS im zweiten Quartal 2007 einen Gewinn von 5,6 Milliarden Franken erzielt. Danach war die Bank Quartal für Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht, das im vierten Quartal 2008 mit 12,45 Milliarden Franken seinen Höhepunkt erreichte.
Die UBS hat drei neue Mitglieder für die Wahl zum Verwaltungsrat nominiert sowie zwei neue Mitglieder der Konzernleitung benannt. Markus Diethelm werde neuer Group General Counsel und John Cryan neuer Group Chief Financial Officer, teilte das Finanzinstitut weiter mit.
Markus Diethelm ist zurzeit noch Group Chief Legal Officer von Swiss Re, John Cryan Head of the Financial Institutions Group bei der Investment Bank von UBS. Cryan sei in den vergangenen Monaten für Verwaltungsrat und Konzernleitung von UBS als Berater in Fragen betreffend die Finanzkrise aktiv gewesen, teilte UBS mit.
Zudem schlug die UBS Sally Bott, Rainer-Marc Frey, Bruno Gehrig und William Parrett für die Wahl zum Verwaltungsrat vor. Die Wahl findet am 2. Oktober statt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.788,80 | +0,59% |
| FAZ-INDEX | 1.515,08 | +0,60% |
| TecDAX | 773,23 | −0,05% |
| MDAX | 10.356,30 | +0,39% |
| SDAX | 5.020,58 | +1,11% |
| REX | 421,13 | +0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.522,34 | +0,37% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,31 | +0,42% |
| Dow Jones | 12.890,50 | +0,05% |
| Nasdaq 100 | 2.563,93 | +0,72% |
| S&P500 | 1.351,95 | +0,15% |
| Nikkei225 | 9.002,24 | −0,15% |
| EUR/USD | 1,3285 | +0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 118,70 $ | +0,72% |
| Gold | 1.748,00 $ | +0,11% |
| Bund Future | 137,23 € | −0,37% |