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Schweiz Novartis-Chef verzichtet auf 59 Millionen Euro

 ·  Nach öffentlichen Proteststürmen verzichtet der scheidende Verwaltungsratschef des Schweizer Pharmakonzerns Novartis, Daniel Vasella, auf den goldenen Handschlag.

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Novartis-Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella verzichtet auf die 72 Millionen Franken (59 Millionen Euro) für ein sechsjähriges Konkurrenzverbot, die er mit dem Verwaltungsrat des Pharmakonzerns ausgehandelt hatte. Der 59 Jahre alte Vasella sollte das Geld in jährlichen Tranchen nach seinem Ausscheiden bei Novartis auf der Generalversammlung am kommenden Freitag erhalten.

Die Bekanntgabe der Summe durch den Spitzenmanager in der vergangenen Woche hatte zu einem Sturm der Entrüstung in der Öffentlichkeit geführt. Es half auch nichts, dass Vasella sagte, er werde den Betrag nach Steuern und weiteren Kosten spenden (F.A.Z. vom 18. Februar). Am Dienstag schrieb er nun in einer Mitteilung des Unternehmens: „Ich habe verstanden, dass in der Schweiz viele den Betrag für die Einhaltung des Konkurrenzverbotes als unverhältnismäßig hoch empfinden.“ Vasella hat nach eigenen Angaben dem Verwaltungsrat den Verzicht empfohlen.

Vasella soll Ehrenpräsident von Novartis werden

Die Mitteilung zitiert des Weiteren Ulrich Lehner, den Vizepräsidenten des Verwaltungsrats, mit den Worten, die Beteiligten hielten das Konkurrenzverbot weiterhin für sinnvoll, da Vasella das Unternehmen bestens kenne, eine starke Forschung und Entwicklung aufgebaut und die meisten der Spitzenkräfte persönlich eingestellt habe. Die Aufkündigung der Vereinbarung trage aber den Vorbehalten der Aktionäre und anderer Beteiligter Rechnung.

Dessen ungeachtet soll Vasella Ehrenpräsident von Novartis werden. Ein Unternehmenssprecher wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern, ob außerdem ein Beratervertrag möglich erscheint. Bekannt ist, dass der ehemalige Henkel-Chef Lehner bis Ende Juli das Präsidentenamt bekleiden soll, ehe Jörg Reinhardt von Bayer den Posten übernimmt. Weiterer Deutscher im Verwaltungsrat ist der frühere Porsche-Lenker Wendelin Wiedeking.

Überschattet von der Volksabstimmung am 3. März über die „Abzocker-Initiative“ des Kleinunternehmers Thomas Minder, stieß die Verzichtserklärung in der Schweiz auf wenig Beifall. Minder sagte, man könne nicht auf etwas verzichten, das einem nicht zustehe. Er verneige sich vor der „Empörung im Volk“. Der Wirtschaftsdachverband „Economiesuisse“ begrüßt die Entscheidung. Ein sofortiger Verzicht wäre aber von Vorteil gewesen, sagte dessen Direktor Pascal Gentinetta.

Unter den Politikern fand FDP-Präsident Philipp Müller, auch der Verzicht sei ein Beleg für das Versagen der bestehenden Strukturen und für einen „dringenden Handlungsbedarf“. Hingegen nannte Christoph Darbellay, Parteipräsident der christlich orientierten CVP, die Entscheidung von Vasella „ein Zeichen der Größe“. Die SVP als wählerstärkste Partei des Landes äußerte sich nicht. Der Anwalt Hans-Jacob Heitz hält nach eigenen Worten ungeachtet der Verzichtserklärung an seiner Strafanzeige gegen Novartis und Vasella fest. (Siehe Kommentar Seite 16.)

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