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Schmiergeld-Skandal Siemens beruft Anti-Korruptions-Vorstand

19.09.2007 ·  Siemens zieht Konsequenzen aus der Schmiergeldaffäre und schafft nun ein eigenes Vorstandsressort zur Korruptionsbekämpfung. Den Posten tritt zum Oktober Peter Solmssen an, der bisher für den Konkurrenten General Electric tätig war.

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Als Konsequenz aus den Korruptionsskandalen holt der Elektronikkonzern Siemens einen neuen Chefjustiziar in den Konzernvorstand. Den neu geschaffenen Vorstandsposten für Recht und Compliance, der sich um die Einhaltung von Anti-Korruptions-Regeln kümmern soll, wird Peter Solmssen ab dem 1. Oktober übernehmen, wie Siemens am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung in München mitteilte.

Der neue 52-Jährige Chefjustiziar war zuvor Vize-Vorstand des Siemens-Konkurrenten General Electrics Healthcare. „Wir sind sehr froh, mit Peter Solmssen eine in Rechts- und Compliancethemen international hoch qualifizierte und anerkannte Persönlichkeit für Siemens gewonnen zu haben“, sagte Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme. „Das ist ein konsequenter Schritt zur beschleunigten Bewältigung der derzeitigen Probleme bei Siemens und zur Neuausrichtung des Unternehmens.“

Anti-Korruptions-Einheit umgebaut

Mit der Schaffung des neuen Vorstandspostens baut der Konzern seine Anti-Korruptions-Einheit personell und organisatorisch um: Als deren neuer Leiter wurde mit sofortiger Wirkung Andreas Pohlmann berufen. Der 49-Jährige unterstehe dem neuen Ressort Recht und Compliance von Solmssen und werde auch direkt an den Vorstandsvorsitzenden Peter Löscher berichten, hieß es. Pohlmann war zuletzt Deutschland-Chef des US-Chemiekonzerns Celanese. Im Juni hatte sich Siemens nach wenigen Monaten von dem ehemaligen Stuttgarter Oberstaatsanwalt Daniel Noa als Leiter der Anti-Korruptions-Einheit getrennt.

Die interne Bilanzrevision im Ressort von Finanzvorstand Joe Kaeser werde ab 1. Oktober Hans Winter leiten, erklärte Siemens. Bei dem 38-Jährigen sollen demnach sämtliche Revisionsfunktionen im Unternehmen zusammenlaufen. Winter war zuvor bei der Wirtschaftsprüfergesellschaft PricewaterhouseCoopers im Bereich interne Kontrollsysteme tätig.

Konzern transparenter machen

Siemens-Chef Löscher erklärte, mit der personellen Neuaufstellung und der organisatorischen Bündelung der Anti-Korruptionseinheiten entspreche Siemens seinem Ziel, den Konzern transparenter zu machen und seine Komplexität zu reduzieren. „Zugleich unterstreichen wir mit den getroffenen Entscheidungen unseren Anspruch, Siemens auf dem Gebiet Corporate Governance weltweit in eine Spitzenposition zu bringen“, erklärte Löscher.

Wie Siemens weiter mitteilte, wird Siemens-Kommunikationschef Stephan Heimbach ab 1. Oktober die Konzernkommunikation, das Büro des Vorstandschefs und die Abteilung Global Government Affairs leiten.

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Von Holger Steltzner

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