http://www.faz.net/-gqe-8z72c

Monsantos Unkrautvernichter : Kalifornien warnt: Glyphosat kann Krebs verursachen

  • Aktualisiert am

Ein Traktor bringt auf einem Feld nahe Göttingen Glyphosat aus: Das Pestizid kommt in der Regel als Nacherntebehandlung bzw. vor der Aussaat zum Einsatz. Bild: dpa

Die Gesundheitsbehörde in Kalifornien wird den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat auf eine schwarze Liste setzen. Das ist eine schwere Schlappe für den Saatgut-Konzern Monsanto. Das Pestizid kommt auch in Deutschland auf zahlreichen Feldern zum Einsatz.

          Der Saatgut-Konzern Monsanto hat mit seinem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat einen Rückschlag in den Vereinigten Staaten erlitten. In Kalifornien teilte die zuständige Behörde für Gesundheit und Umwelt am Montag mit, Glyphosat werde ab dem 7. Juli auf die Liste mit Chemikalien gesetzt, die krebserregend sein können.

          Monsanto wird gerade in einem 66 Milliarden Dollar schweren Deal vom deutschen Bayer-Konzern übernommen. Kritiker der Transaktion befürchten ein Imageproblem für Bayer. Denn Monsanto sieht sich wegen Glyphosat immer neuer Klagen ausgesetzt. Der amerikanische Konzern will gegen die Entscheidung in Kalifornien vorgehen und nannte sie „ungerechtfertigt auf der Basis von Wissenschaft und Gesetz“.

          Durch die Maßnahme in Kalifornien könnten Monsanto und andere Firmen, die solche Unkrautvernichter herstellen, dort gezwungen werden, Warnungen auf die Produktverpackungen zu kleben. Das Mittel wird unter anderem von Landwirten, auf Golfplätzen und in Weingebieten eingesetzt.

          Zulassung in Europa läuft aus

          Glyphosat wird auch in Europa eingesetzt. In Deutschland wird es auf rund 40 Prozent der Felder verwendet. Trotz des Verdachts krebserregend zu sein, kam die europäische Chemikalienagentur Echa im März zu dem Schluss, dass verfügbare wissenschaftliche Erkenntnisse nicht die Kriterien erfüllten, um Glyphosat als krebserregend zu bewerten.

          Videografik : So wirken Pestizide

          Im vergangenen Jahr hatte die EU-Kommission das Mittel zunächst vorübergehend für weitere 18 Monate genehmigt, also bis Ende 2017. Mit dem Vorschlag einer Verlängerung um zehn Jahre bleibt sie nun unter dem bislang debattierten Zeitrahmen von 15 Jahren. Kritiker verlangen jedoch ein Verbot. Dafür will eine europäische Bürgerinitiative eine Million Stimmen sammeln.

          Quelle: rad./Reuters

          Weitere Themen

          Gauland bekräftigt Islamkritik Video-Seite öffnen

          AfD-Spitzenkandidat : Gauland bekräftigt Islamkritik

          Alexander Gauland hat bei einer Pressekonferenz seine umstrittenen Aussagen zum Islam bekräftigt. Außerdem verteidigte der AfD-Spitzenkandidat seine Äußerungen, man könne stolz sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen.

          Topmeldungen

          Aufstieg bei den Konservativen : Der britischste aller Briten

          Jacob Rees-Mogg war schon immer anders. Mit fünf Jahren wurde er Mitglied der Tories, doch niemand sagte ihm eine große Karriere voraus. Nun steht er plötzlich im Rampenlicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.