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Schienenverkehr Russische Bahn reduziert Siemens-Auftrag auf ein Zehntel

30.09.2005 ·  Nach dem Führungswechsel bei der russischen Eisenbahn muß sich Siemens vorerst mit einem Zehntel eines Milliarden-Auftrages zum Bau von Hochgeschwindigkeitszügen begnügen.

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Nach dem Führungswechsel bei der russischen Eisenbahn muß sich Siemens vorerst mit einem Zehntel eines Milliarden-Auftrages zum Bau von Hochgeschwindigkeitszügen begnügen.

Die Russische Eisenbahn werde lediglich sechs von den ursprünglich geplanten 60 ICE-Zügen beim Münchner Konzern in Auftrag geben, teilte der neue Bahnchef Wladimir Jakunin nach Angaben der Zeitung „Kommersant“ vom Freitag mit. Der ursprüngliche Auftrag in Wert von 1,5 Milliarden Euro war im April auf der Hannover Messe im Beisein von Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) vereinbart worden.

Neuer Bahn-Chef ruft nach Staatsinvestitionen

Das von seinem Vorgänger Gennadi Fadejew beschlossene Investitionsprogramm sei grundsätzlich geändert worden, sagte Jakunin. Die sechs Züge sollen ab 2008 auf der Strecke zwischen Moskau und St. Petersburg eingesetzt werden.

Selbst nach einer Modernisierung der veralteten Bahninfrastruktur könnten ICE-Züge nur mit gedrosseltem Tempo auf der Strecke fahren. „Für eine Geschwindigkeit von über 250 Kilometern pro Stunde müssen komplett neue Schienen gelegt werden“, betonte Jakunin. Den Bau könne sich die Bahn nur mit finanzieller Unterstützung des Staates leisten.

Putin hatte bei der Vertragsunterzeichnung noch versprochen, durch diesen Auftrag würden „die deutschen Betriebe bis zum Jahr 2015 ausgelastet und damit Arbeitsplätze gesichert.“ Zwei Monate später entließ der Kremlchef Fadejew und ernannte seinen Vertrauten Jakunin zum Chef der staatlichen Eisenbahn. Anfang September hatte Jakunin bereits auf einer Konferenz der europäischen Bahnchefs in St. Petersburg mitgeteilt, daß alle von seinem Vorgänger bewilligten Investitionsvorhaben gestoppt worden seien.

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