30.07.2008 · Eigentlich galt es als ausgemacht, dass Conti-Chef Manfred Wennemer seinen Posten räumen muss, falls das Unternehmen von Schaeffler übernommen wird. Jetzt gab das Familienunternehmen Schaeffler überraschend bekannt, man wolle den Chef im Falle einer Übernahme gar nicht austauschen.
Der fränkische Familienkonzern Schaeffler will nach einer Übernahme des Autozulieferers Continental sämtliche Vorstände des Automobilzulieferers an Bord halten. „Wir wollen, dass der Conti-Vorstand mit Wennemer an der Spitze weitermacht“, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Conti-Chef Manfred Wennemer hatte nach Bekanntwerden der Pläne Schaeffler scharf angegriffen und die Führung der fränkischen Firma als „egoistisch, selbstherrlich und verantwortungslos“ gegeißelt.
In der am Mittwoch vorgelegten Angebotsunterlage heißt es nun: Schaeffler würde begrüßen, „wenn die gegenwärtigen Mitglieder des Vorstands ihre Positionen auch nach Vollzug des Angebots beibehalten würden, um den künftigen Erfolg von Continental zu sichern“.
Schaeffler strebt nicht notwendigerweise den Vorsitz im Aufsichtsrat an
Auch an der Zusammensetzung des Aufsichtsrates aus zehn Arbeitnehmervertretern und zehn Repräsentanten der Kapitalseite solle sich nichts ändern, erklärte Schaeffler. Der Wälzlagerhersteller wolle jedoch „angemessen“ im Kontrollgremium vertreten sein. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung von Schaeffler, Jürgen Geißinger, hatte zuvor betont, Schaeffler strebe dabei nicht notwendigerweise den Vorsitz im Aufsichtsrat an.
Schaeffler hatte nach der Freigabe durch die Finanzaufsicht Bafin am Mittwoch das offizielle Angebot für Conti vorgelegt. Bis zum 27. August könnten die Aktionäre des Hannoveraner Automobilzulieferers den Herzogenaurachern ihre Aktien für 70,12 Euro andienen. Conti hatte die 11,3 Mrd Euro schwere Offerte bereits zuvor als zu niedrig abgelehnt.
Conti-Aktien billig eingekauft
Aus der Unterlage zu der Offerte für Conti geht zudem hervor, dass Schaeffler sich über Wertpapiergeschäfte acht Prozent an Continental zu Kursen gesichert hat, die weit unter dem Angebotspreis an die übrigen Aktionäre von 70,12 Euro lagen. Schaeffler kaufte demnach an der Börse zwischen dem 2. und dem 17. Juli fünf Millionen Conti-Aktien - drei Prozent der Anteile - zu jeweils 63,20 bis 69 Euro. Am Montag erwarb Schaeffler von der Royal Bank of Scotland weitere acht Millionen Conti-Aktien zu je 63,48 Euro und löste damit ein Termingeschäft auf.
Die Pläne zur Übernahme von Conti hat Schaeffler bereits seit mindestens vier Monaten. Am 17. März vereinbarte das fränkische Familienunternehmen mit der Investmentbank Merrill Lynch ein sogenanntes Swap-Geschäft über 28 Prozent an Continental. Schaeffler will dieses während der bis Ende August laufenden Übernahmefrist kündigen, um an die dahinter stehenden Conti-Aktien zu kommen.
Mannesmann Teil 2
Paul Rabe (heidelpaul)
- 30.07.2008, 16:08 Uhr
Kontinuität im Conti-Vorstand
Dieter Spethmann (dspeth)
- 30.07.2008, 16:36 Uhr
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| Rohöl Brent Crude | 104,00 $ | −2,67% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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