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Saudi-Arabien Amerika bereitet Rüstungsgeschäft in Rekordhöhe vor

14.09.2010 ·  Nach Angaben des amerikanischen Verteidigungsministeriums hat Saudi-Arabien in großem Stil Kampfjets und Helikopter aus den Vereinigten Staaten bestellt. Die Aufträge könnten sich auf bis zu 60 Milliarden Dollar summieren. Unter anderem wird Boeing davon profitieren.

Von Roland Lindner, New York
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Die amerikanische Rüstungsindustrie kann sich auf den größten Auftrag aller Zeiten freuen: Saudi-Arabien will für seine Luftwaffe Kampfflugzeuge und Militärhubschrauber im Wert von bis zu 60 Milliarden Dollar (46 Milliarden Euro) bestellen, wie amerikanische Medien unter Berufung auf hochrangige Vertreter des Verteidigungsministeriums berichteten. Von dem Auftrag würde vor allem der amerikanische Flugzeugbau- und Rüstungskonzern Boeing profitieren. Neben dem Luftwaffengeschäft gibt es auch Gespräche über weitere Großaufträge aus Saudi-Arabien für die Marine und für neue Raketenabwehrsysteme.

Die Gespräche zwischen der amerikanischen und der saudi-arabischen Regierung um einen Großauftrag laufen schon seit einigen Monaten, nehmen aber nun immer konkretere Formen an. Den Berichten zufolge soll der amerikanische Kongress in den nächsten Tagen über das bevorstehende Geschäft unterrichtet werden. Die Einbindung des Kongresses ist bei derartigen Waffengeschäften mit dem Ausland gesetzlich vorgeschrieben. Der Kongress hat danach 30 Tage Zeit, die Transaktion zu blockieren, was allerdings als unwahrscheinlich gilt.

Das politische Motiv der amerikanischen Regierung

Saudi-Arabien will bis zu 84 Kampfflugzeuge des von Boeing produzierten Typs F-15 bestellen und weitere 70 Maschinen dieses Typs modernisieren. Außerdem will Saudi-Arabien 178 Militärhubschrauber, wovon 106 auf die Baureihen Apache und Little Bird von Boeing entfallen sollen. Weitere 72 Hubschrauber des Typs Blackhawk sollen von Sikorsky kommen, einer Tochtergesellschaft des amerikanischen Mischkonzerns United Technologies. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums würde allein der auf Boeing entfallende Teil des Auftrags insgesamt 77.000 Arbeitsplätze sichern. Vom dem Gesamtpaket wolle Saudi-Arabien zunächst einmal Maschinen im Wert von 30 Milliarden Dollar verbindlich bestellen, der Rest würde später folgen. Der Auftrag solle eine Laufzeit zwischen fünf und zehn Jahren haben.

Zusätzlich verhandelt die Regierung in Washington auch über die Belieferung der saudi-arabischen Marine mit Kriegsschiffen - ein Auftrag, der noch einmal ein Volumen von 30 Milliarden Dollar haben könnte. Daneben gebe es Gespräche über die Modernisierung der Raketenabwehrsysteme in Saudi-Arabien, wobei hier zu einem möglichen Auftragswert keine Schätzungen gemacht wurden.

Die amerikanische Regierung verfolgt mit diesen Aufträgen das politische Motiv, ihre arabischen Verbündeten gegenüber möglichen Bedrohungen aus dem Iran zu stärken. Für Boeing und andere amerikanische Rüstungskonzerne ist die Aussicht auf Großaufträge aus dem Ausland ein Lichtblick in einer Zeit, in der die einheimische Regierung sich bei Verteidigungsausgaben zunehmend zum Sparen gezwungen sieht. Verteidigungsminister Robert Gates hat in jüngster Zeit mehrere Rüstungsprojekte gestrichen und das Ziel ausgegeben, innerhalb der nächsten fünf Jahre in seinem Budget 100 Milliarden Dollar sparen zu wollen. Boeing und andere Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin haben in den vergangenen Wochen angekündigt, Personal abzubauen.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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