30.12.2008 · Kein Wort über die Zukunft von Ratiopharm, aber von „Voraussetzungen für eine nachhaltige Lösung der aufgetretenen Finanzierungsprobleme“ ist die Rede: Im Januar soll ein Rettungsplan für den Unternehmer Merckle umgesetzt werden.
Der in Geldnöte geratene schwäbische Unternehmer Adolf Merckle hat mit seinen Gläubigerbanken eine Kreditstundung ausgehandelt. Die Vereinbarung sei von allen Beteiligten unterzeichnet worden, teilte Merckles Beteiligungsgesellschaft VEM in der Nacht zum Dienstag mit. „Einvernehmen besteht zwischen den Parteien auch, Anfang Januar die restlichen Abkommen umzusetzen.“
Eine VEM-Sprecherin sagte am Dienstag, in den nächsten Tagen solle der geplante Überbrückungskredit der Banken unter Dach und Fach gebracht werden. Danach werde auf der Grundlage eines Sanierungsgutachtens die umfassende Refinanzierung der Gruppe angegangen.
Einzelheiten erst im Januar
Einzelheiten will die Familie Merckle erst Anfang 2009 bekanntgeben. Ein Sprecher des Ulmer Generikaherstellers Ratiopharm dementierte zuletzt einen Bericht, nach dem im Unternehmen bereits dessen Verkauf vorbereitet wird. Darüber könne nur der Gesellschafter VEM entscheiden. Ob es dort einen entsprechenden Beschluss gibt, ließ eine Sprecherin der VEM offen und verwies auf den Termin im kommenden Jahr.
In der Mitteilung hieß es nun lediglich, mit der Einigung seien die „Voraussetzungen für eine nachhaltige Lösung der aufgetretenen Finanzierungsprobleme gegeben“.
Der Betriebsratsvorsitzende von Ratiopharm, Odo Maxein, hält den Verkauf des Generikaherstellers inzwischen für wahrscheinlich und „wohl nicht mehr zu vermeiden“, schreibt die Ulmer „Südwest Presse“. Mit einem Gesamtumsatz von 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2007 ist Ratiopharm eines der größten internationalen Generikaunternehmen. Generika sind Medikamente, deren Patentschutz bereits abgelaufen ist
und die wegen des Wegfalls der Grundlagenforschung günstig herzustellen und zu verkaufen sind. In Deutschland beläuft sich der Umsatz der Ratiopharm-Gruppe mit nach eigenen Angaben 5417 Mitarbeitern, davon 2846 in Deutschland, auf 819 Millionen Euro. Mit jährlich 170 Millionen Packungen sei ratiopharm Deutschlands meistverwendete und meistverordnete Arzneimittelmarke, heißt es auf der Internetseite der Firma. Weltweit produziere Ratiopharm 528 Millionen Packungen pro Jahr.
Merckle hatte wochenlang mit seinen rund 30 Gläubigerbanken über einen Überbrückungskredit verhandelt. Er benötigt nicht zuletzt wegen Fehlspekulationen mit VW-Aktien kurzfristig mehrere 100 Millionen Euro. Zum Firmenimperium gehört auch der Baustoffhersteller HeidelbergCement und der Pharma-Großhändler Phoenix.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.374,55 | −1,41% |
| Dow Jones | 12.447,70 | −1,06% |
| EUR/USD | 1,2426 | −0,50% |
| Rohöl Brent Crude | 104,00 $ | −2,67% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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