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Samstags keine Briefe mehr? Post-Psychologie

09.03.2007 ·  Jede Andeutung der Deutsche Post AG, sie könne ihren Service einschränken, provoziert in der Öffentlichkeit einen Aufschrei, als steige der Brotpreis in Zeiten der Hungersnot. Was wäre eigentlich so schlimm daran? Helmut Bünder kommentiert.

Von Helmut Bünder, Bonn
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Was wäre eigentlich so schlimm daran, wenn der Briefträger samstags nicht mehr klingelt? Meistens bringt er doch nur Rechnungen, und darüber kann man sich am Montag noch früh genug ärgern.

Die meisten Bundesbürger haben das private Briefeschreiben fast verlernt. Ganze vier Euro vierundvierzig Cent gibt der durchschnittliche deutsche Haushalt im Monat für Postdienste aus, Pakete und Päckchen eingeschlossen.

Das Monopol wird hoffentlich bald auslaufen

Dennoch: Jede Andeutung der Deutsche Post AG, sie könne ihren Service einschränken, provoziert in der Öffentlichkeit einen Aufschrei, als steige der Brotpreis in Zeiten der Hungersnot (siehe auch: Spekulationen um Samstagszustellung der Post). Zehn Jahre nach der Privatisierung gehört der gelbe Riese für viele immer noch zur öffentlichen Daseinsvorsorge, und daraus leitet sich das Gefühl ab, einen staatlich verbrieften Anspruch auf ungeschmälerte Leistungen beanspruchen zu können.

Ganz abwegig ist diese Denkweise nicht. Denn noch genießt die Post ein Exklusivrecht für die Beförderung von Briefen, dessen Gegenstück gesetzlich verankerte Pflichten zur postalischen Grundversorgung bilden. Aber das Monopol wird - hoffentlich - Ende dieses Jahres auslaufen. Dann wird der Gesetzgeber auch die Pflichten überprüfen oder dafür eine andere Gegenleistung, sei es aus dem Steuersäckel oder ein Umlagesystem, festsetzen müssen. Dunkle Andeutungen über möglicherweise drohende Serviceeinschränkungen liefern die Ouvertüre für die kommende Debatte.

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Jahrgang 1957, Wirtschaftskorrespondent in Bonn.

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