Home
http://www.faz.net/-gqi-7840j
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Säumige Versicherte Immer höhere Schulden bei der Krankenkasse

Die Krankenversicherung kann zur Schuldenfalle werden - und der Schuldenberg bei den Kassen wächst und wächst. Nun will die Regierung gegensteuern.

© dpa Vergrößern Die aktuellen Forderungen der Kassen stiegen auf gut 870 Millionen Euro

Säumige Versicherte schulden den Krankenkassen immer mehr Geld. Binnen eines Jahres wuchsen die Rückstände um 620 Millionen auf 2,15 Milliarden Euro Anfang 2013 an. Das zeigt eine Übersicht des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Nun soll ein Gesetz auf den Weg gebracht werden, damit zumindest keine besonders hohen Zinsen mehr anfallen.

Die aktuellen Forderungen der Kassen stiegen auf gut 870 Millionen Euro. Weitere Forderungen in Höhe von 1,27 Milliarden Euro schlugen sich bei den Kassen zumindest befristet nieder. Bei diesen Zahlen handelt es sich um Rückstände von Selbstzahlern, also im Wesentlichen von freiwillig Versicherten, deren Beiträge nicht automatisch über die Arbeitgeber gezahlt werden.

Mehr zum Thema

Ein Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) gegen das Problem der Beitragsschulden soll in der kommenden Woche das Bundeskabinett passieren. Die Abstimmung innerhalb der Bundesregierung sei abgeschlossen, bestätigte eine Sprecherin der dpa. Die Gesetzespläne waren bereits vor einigen Wochen bekanntgeworden. Im Kern zielt das geplante Gesetz darauf ab, dass der derzeit geltende Säumniszuschlag von fünf Prozent im Monat drastisch gesenkt wird.

Die Zinsen sollen für säumige gesetzlich Versicherte künftig noch ein Prozent pro Monat betragen. Auch für Privatversicherte sieht die Koalition neue Regeln vor. Säumige Zahler sollen in einen Notlagentarif überführt werden. Die Versicherung soll dann nur noch die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzen sowie Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft abdecken. Das Problem der Nichtzahler wuchs seit 2007, als die Versicherungspflicht eingeführt wurde. Vor allem kleine Selbstständige können die Beiträge hunderttausendfach nicht zahlen.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Bundesrat Der Mindestlohn nimmt die letzte Hürde

Mindestlohn, Energiewende, Krankenkassen, Lebensversicherungen: Der Bundesrat segnet wichtige Gesetze der großen Koalition ab. Ab dem Jahr 2015 gilt damit eine Lohnuntergrenze von 8,50 Euro die Stunde. Mehr

11.07.2014, 12:51 Uhr | Wirtschaft
Solidargemeinschaften Billiger als die Krankenkasse

In Deutschland erfreuen sich Solidargemeinschaften zur Absicherung von Krankheitskosten immer größerer Beliebtheit. Sie sind günstiger und leisten mehr als Krankenkassen. Doch das Modell ist bedroht. Mehr

12.07.2014, 15:53 Uhr | Finanzen
Bundessozialgericht Rollstuhlfahrer bekommen Hilfe für die Treppe von der Krankenkasse

Wer im Rollstuhl sitzt, dem muss die Pflegekasse eine mobile Treppensteighilfe bezahlen, wenn nur so ein selbständiges Leben möglich ist. Das hat das Bundessozialgericht entschieden. Mehr

16.07.2014, 13:24 Uhr | Finanzen

Markenpatente ohne Sinn

Von Corinna Budras

Über Fragen des Markenrechts wird gerne gestritten. Nun erreicht der Patentschutz eine neue Dimension. Apple darf seine Läden als Marke schützen lassen. Doch was soll das bringen? Mehr 1 3


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Wirtschaft in Zahlen Israel auf Importe angewiesen

Israels Industrie gilt als hoch entwickelt. Das Land exportiert Medikamente, Software und andere Hochtechnologie. Dennoch überwiegen im Außenhandel noch immer die Importe. Mehr