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Kommentar : Ryanair ist abhängig

Ryanair-Flugzeug in Weeze Bild: EPA

Die Billigfluggesellschaft reagiert mit Drohungen auf die Streiks ihrer Piloten und Flugbegleiter. Doch die werden ins Leere laufen. Denn das Unternehmen ist zum weiteren Wachstum verdammt.

          Der Arbeitskampf bei Ryanair in Deutschland eskaliert. Erstmals streiken am Mittwoch hierzulande nicht nur die Piloten, sondern auch die Flugbegleiter. Es ist die zweite Streikwelle binnen eines Monats. Zwar kann das Unternehmen diese offenbar etwas besser auffangen als im Juli, denn anders als damals gibt es keine parallelen Arbeitsniederlegungen in anderen europäischen Ländern. Doch die Zuspitzung des Konflikts in Deutschland ist für die Iren prekär: Das bevölkerungsreichste Land in der EU ist ein wichtiger Wachstumsmarkt.

          Denn Billigfluganbieter wie Ryanair und Easyjet haben in Deutschland Nachholbedarf. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind die Marktanteile der Preisbrecher hierzulande vergleichsweise niedrig. Deshalb steht Deutschland weit oben auf ihrer Agenda, wie die Expansion von Easyjet in Berlin und der Aufbau einer Basis von Ryanair in Frankfurt zeigt.

          Das wiederum relativiert die Drohung des Ryanair-Managements, Flugverbindungen und Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen, falls die Gewerkschaften nicht einlenken. Das Unternehmen ist zum weiteren Wachstum verdammt, schließlich hat die Airline beim Lieferanten Boeing 200 Flugzeuge fest bestellt. Ohne mehr deutsche Fluggäste wird es deutlich schwerer, diese zu füllen. Ryanair braucht Deutschland, um seine Expansionsziele zu erreichen.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

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