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Billigfluggesellschaft : Ryanair fliegt – trotz Pilotenstreik

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Erstmals in der Geschichte streiken die Piloten der größten europäischen Billigfluggesellschaft. Auch in Deutschland. Doch die Passagiere merken bisher nichts davon.

          Der erste Streik der Piloten beim Billigflieger Ryanair hatte an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt zunächst keine Auswirkungen. Die sechs Flüge, die in der Zeit des Warnstreiks starten sollen, wurden wie gewohnt abgefertigt. Keiner der Flüge wurde am frühen Morgen abgesagt. Viele Passagiere, die um ihren Weihnachtsurlaub gefürchtet hatten, waren erleichtert.

          „Größere IT-Probleme“ sorgten allerdings für Irritationen, Verspätungen und Flugausfälle, wie der Sprecher des Flughafen-Managements sagte. Wie viele Maschinen und welche Fluggesellschaften betroffen sind, war zunächst unklar. „Der Fehler ist noch unbekannt.“ Von den technischen Problemen waren auch die Anzeigetafeln betroffen: Sie zeigten etwa nicht an, dass das Boarding für einen Flug begonnen hat.

          Zu dem Streik hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit die rund 200 in Deutschland fest angestellten Ryanair-Piloten aufgerufen. Betroffen könnten an die 20 Abflüge sein.

          In Berlin-Schönefeld sind regulär sieben Abflüge geplant. Auch dort sind jedoch zunächst keine Flüge gestrichen worden. „Zwei Maschinen sind bereits gestartet, fünf weitere sind ganz normal geplant", sagte ein Flughafensprecher am Freitagmorgen. Ob sie tatsächlich starten können, sei aber noch unsicher. Der Abflug der Maschine von Schönefeld nach Bergamo um 6.40 Uhr wurde in der Online-Auskunft des Flughafens am Morgen mit mehr als 5 Stunden Verspätung angezeigt. Die Fluggesellschaft selbst war in den Morgenstunden nicht zu erreichen.

          Auch in Bremen habe es keine Ausfälle gegeben, teilte ein Sprecher des Flughafens mit. Die Vereinigung Cockpit (VC) hatte am Donnerstagnachmittag alle festangestellten Piloten der irischen Fluggesellschaft dazu aufgerufen, ihre Arbeit von 5.00 Uhr bis 9.00 Uhr niederzulegen. In Bremen war in diesen vier Stunden nur ein Abflug nach Ovda in Israel geplant. Der Flieger konnte pünktlich gegen 6.30 Uhr starten, sagte der Sprecher. Die Piloten der Flugverbindung hätten sich entschieden, nicht zu streiken. Auch bei der Ankunft von Ryanair-Flügen erwartet der Flughafen am Freitag keine Verspätungen.

          An den Flughäfen Köln/Bonn und Weeze am Niederrhein sollen trotz Streiks die sieben Flüge, die zwischen fünf und neun Uhr morgens geplant waren, wie geplant stattfinden. „Die Stimmung ist echt entspannt“, berichtete der Sprecher des Flughafens Weeze, Holger Terhorst, während am Freitagmorgen das Boarding für den ersten Ryanair-Flug lief. Es könne zwar teils zu Verspätungen kommen, aber: „die Gäste sind sehr geduldig.“ Auch in Köln wurde bisher keiner der drei Flüge nach Stockholm, London und Rom abgesagt.

          Es ist der erste Streik in der Geschichte der 1985 gegründeten Billigfluggesellschaft, der die höchsten Passagierzahlen in ganz Europa aufweist. An den Weihnachtsfeiertagen solle aber nicht gestreikt werden, versicherte Gewerkschaftschef Ilja Schulz. Ryanair kritisierte den Streik scharf und riet Passagieren, trotz Streiks zum Flughafen zu kommen. Man plane, alle angesetzten Flüge auch durchzuführen.

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