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Neue Basis : Ryanair fliegt künftig ab Berlin-Tegel

  • Aktualisiert am

Ryanair startet bald auch in Berlin-Tegel. Bild: AFP

Erst die Schließung in Bremen, jetzt eine neue Basis in Berlin. Trotz weiterer Flugzeuge verkündet Ryanair-Chef O’Leary für 2019 eine Wachstumspause in Deutschland – und denkt übers Aufhören nach.

          Die irische Fluggesellschaft Ryanair errichtet im April am Berliner Flughafen Tegel ihre zehnte Basis in Deutschland. Dazu übernehme der Billigflieger vier dort stationierte Maschinen seiner Partner-Airline Laudamotion, kündigte Ryanair-Chef Michael O’Leary am Mittwoch in Berlin an. Er sagte, man wolle weiterhin Verkehr und Streckennetz in Deutschland ausbauen.

          Ryanair hatte erst kürzlich angekündigt, ihre Basis in Bremen mit zwei stationierten Flugzeugen zu schließen und in Weeze zwei von fünf Maschinen abzuziehen. Von Gewerkschaftsseite war das als „Kriegserklärung“ im laufenden Tarifkonflikt gewertet worden. O’Leary warf den Gewerkschaften Lüge vor. Der eigentliche Grund seien die Kerosinpreise. „Öl ist bei 85 Dollar, ihr Idioten“, sagte O’Leary. Stiegen sie weiter, schließe Ryanair möglicherweise weitere Basen. 

          Anders als in den vergangenen Jahren wird der irische Billigflieger Ryanair in Deutschland 2019 trotz der neuen Basis in Berlin laut O’Leary aber nicht weiter wachsen: „Unser Verkehr wird stagnieren“. Er begründete dies auch mit der Schließung der Basis Bremen und der Reduzierung der Kapazitäten am Standort Weeze. O'Leary zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass es mittelfristig weiter bergauf gehen
          sollte. „Ich hoffe, dass wir in den nächsten Jahren weiter wachsen werden.“

          Wie lange macht’s O’Leary noch? 

          Im Tarifstreit mit den Gewerkschaften der Piloten und des Kabinenpersonals will O'Leary möglichst rasch zu Abschlüssen kommen. „Wir machen Fortschritte“, sagte der Manager. Die Gewerkschaften hatten sich allerdings zuletzt sehr skeptisch zu den Verhandlungen geäußert. Viele Branchenexperte rechnen in den nächsten Wochen oder Monaten mit weiteren Streiks.

          Die Aussicht auf einen Austritt Großbritanniens aus der EU ohne Abkommen bezeichnete O'Leary als besorgniserregend. Es sei möglich, dass Flugzeuge für bis drei Wochen am Boden bleiben müssten. „Das wäre sehr schmerzhaft.“ Ryanair sei aber ein großes Unternehmen. „Wir können das überleben.“

          Ob der langjährige Ryanair-Chef sich langfristig mit den Konsequenzen des Brexit auseinandersetzen wird, ist zudem fraglich. Er denkt nämlich darüber nach, in wenigen Jahren aufzuhören. Sein Vertrag laufe bis zum nächsten Sommer, sagte der 57-Jährige. Der Verwaltungsrat habe ihn gebeten, um weitere
          fünf Jahre zu verlängern. „Ich will keine weiteren fünf Jahre machen“, sagte O'Leary. „Aber ich denke darüber nach, weitere zwei oder drei Jahre zu machen, damit wäre ich 2021 oder 2022 raus.“ O'Leary führt Ryanair seit 1993. In dieser Zeit wurde aus der defizitären irischen Airline die größte Billigfluggesellschaft Europas.

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