15.02.2013 · Die indische Luftwaffe hat einst zwölf Hubschrauber in Europa gekauft. Nun kommt eine Bestechungsaffäre ans Licht, die mehrere Länder und zahlreiche ranghohe Politiker betrifft. Indien will nun den Hubschrauber-Auftrag stornieren.
Von Christoph Hein und Tobias PillerRichtlinien für Lesermeinungen
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Herr Kahner und Herr Uelli, Sie koennen sich ja mal mit den Strafakten von Siemens in Griechenland
befassen ... mit dem Unterschied, dass die Bestechungsgelder der deutschen Grossindustrie fuer oeffentliche Auftraege in GR, ueber die EU-Rettungsmechanismen, am Ende vom europaeischen Steuerzahler bezahlt werden. Meinen Sie KMW oder Rheinmetall verkaufen in Arabien nur, weil die Produkte so unuebertrefflich sind ? Ich glaube nicht, dass es in diesen Laendern, weder in der Waffentechnik noch im Anlagenbau, Auftraege gibt, die nicht durch grosszuegige lokale Service-Vertraege gestuetzt sind, so ist das Leben. Finmeccanica koennte ja auch Kochtoepfe und Fahhrraeder produzieren, um seine Arbeiter in Beschaeftigung zu halten ... aber das koennen die Asiaten wirklich billiger.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.02.2013 11:25 Uhrnatürlich haben Sie Recht!
Ich will mich auch gar nicht als Bewohner eines blütenweißen,
korruptionsfreien Wirtschaftswunderlands positionieren. Ich bin mir
sicher, dass es deutsche Firmen gibt, die gerade JETZT dabei sind, sehr
kreativ ihre Chancen bei Auslandsgeschäften zu verbessern.
Dennoch denke ich nicht, dass deutsche CEOs wie Winterkorn, Reitzle,
McDermot, Obermann & Co sich hinstellen und sowohl den Standpunkt
vertreten, dass die deutsche Wirtschaft ohne aktive Unterstützung
der Korruption keine Chance hat oder dass man Steuersündern
Generalamnestie gibt - zwei Umstände, die eng miteinander verwandt sind.
Und auch der von Ihnen indirekt erwähnte Siemens-CEO Löscher
wird dies nicht fordern sondern auf seine Corporate Governance
Richtlinie verweisen. Und wir können hier auch gerne die
unrühmliche Rolle von EADS in Saudi Arabien hinzufügen.
Am Ende haben sich nämlich IMMER einige wenige die Taschen
bereichert, die weder Lieferant noch Abnehmer sind, die dann selbst aber
auch einem Schaden sitzen bleiben
Eine erstaunlich ehrliche Einschätzung Berlusconis
Zitat: "In Ländern der Dritten Welt seien Bestechungsgelder
für Aufträge nichts Ungewöhnliches."
Ich hätte nicht gedacht, dass Berlusconi Italien so eindeutig als
Land der Dritten Welt einstuft. Aber er muss es ja nun wissen. Er hat ja
nicht unwesentlich dazu beigetragen.
Folgt man seiner Logik, dann ist auch die Mafia ein italienischer
Wirtschaftsfaktor, der sich in der Welt verbreiten soll, solange diese
ihre Gewinne in Italien versteuert - na ja, wenigstens ein paar, denn B.
verspricht im Falle einer Wiederwahl Steuersündern ja Amnestie.
„In Ländern der Dritten Welt seien Bestechungsgelder für Aufträge nichts Ungewöhnliches“
Da frage ich mich, gehört wohl Italien auch dazu?
...schon mal: Der MV Agusta Deal, bei dem der Nato Generalsekretär Willy Claes 1995 zurücktreten musste und die Belgischen Sozialdemokraten ziemlich dumm ausgesehen haben! Also: 'Im Westen nix Neues!'
nein, die Inder haben keine 12 Helikopter gekauft, die haben in 2010 nur 12 Helikopter bestellt; die
Inder haben die ersten 3 Exemplare, in 2012 geliefert, nicht abgenommen, weil sie die vereinbarte Flughoehe nicht erreicht haben; Indien hat auch noch keine Zahlung geleistet -Nichts gegen die italienische Justiz, aber bei allem ueber die Medien verbreitetem Gequatsche ist sie eines Nachweises schuldig geblieben: Der tatsaechlich erfolgten Zahlung oder Bestechung, an wen auch immer; Die Justiz verbreitet Unmengen von Abhoerprotokollen ueber die Medien, aber das sind immer nur - wenn ueberhaupt - Interessensbekundungen, kein Hnweis auf tatsaechliche Zahlungen. Wo ist denn nun tatsaechlich Geld geflossen ? Finmeccanica ist jedenfalls schwer geschaedigt, die Beziehungen Italien-Indien auch, und Sikorski und die USA freuen sich am Ende ueber die italienischen Justiz-Toelpel.
Christoph Hein Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.
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Tobias Piller Jahrgang 1962, Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.
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