23.10.2008 · Nach den Fehlspekulationen in der Finanzbranche sollen jetzt deutsche Bankmanager zahlen. Die Bank IKB verklagt einem Medienbericht zufolge ihren ehemaligen Vorstandschef Stefan Ortseifen. Er soll Tantiemen in Höhe von 805.000 Euro zurückzahlen.
Die gerade noch an der Pleite vorbeigeschlitterte Mittelstandsbank IKB hat ihren früheren Vorstandschef und andere ehemalige Vorstandsmitglieder auf die Rückzahlung ihrer Tantiemen verklagt. Der noch amtierende Vorstand Claus Momburg habe auf Druck des Aufsichtsrats 558.000 Euro bereits erstattet, sagte ein Sprecher der IKB am Donnerstag in Düsseldorf und bestätigte damit einen Medienbericht. Vom einstigen IKB-Chef Stefan Ortseifen, der sofort nach Bekanntwerden der existenzbedrohenden Probleme bei der IKB Mitte 2007 entlassen worden war, fordert die IKB 805.000 Euro Boni zurück. Ortseifen klagt wiederum gegen seine Entlassung.
Die IKB hatte sich in großem Stil mit amerikanischen Ramschhypotheken verspekuliert. Ihre Hauptaktionärin, die staatliche Förderbank KfW, sowie der Bund und andere Banken mussten das Düsseldorfer Traditionsinstitut mit mehr als zehn Milliarden Euro stützen. Der Finanzinvestor Lone Star übernahm die Bank kürzlich für rund 150 Millionen Euro.
Letzte Frist bis Ende Oktober
Den beiden ebenfalls nach der Aufdeckung der Verluste abgelösten Vorständen Volker Doberanzke und Markus Guthoff räumte die IKB eine letzte Frist bis zum 31. Oktober ein. Bis dahin müsse der ehemalige Finanzchef Doberanzke 583.000 Euro Zulagen zurückzahlen, Guthoff 600.000 Euro. Von Joachim Neupel, der Ende 2006 aus Altersgründen aus dem Vorstand ausgeschieden war, verlangt die IKB 451.000 Euro zurück.
Am Mittwoch hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft wegen der millionenschweren Überweisungspanne an die insolvente amerikanische Bank Lehman Brothers Ermittlungen gegen den Vorstand der bundeseigenen KfW aufgenommen. Beamte von Bundeskriminalamt und Staatsanwaltschaft durchsuchten am Mittwoch die Zentrale der KfW in Frankfurt am Main. Gegen fünf Vorstände, die zum Zeitpunkt der Überweisung im Amt waren, und einen Abteilungsleiter wurden Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet. Unter den Beschuldigten ist nach Justizangaben auch KfW-Chef Ulrich Schröder.
Es wird geprüft, ob die Verantwortlichen ihre Vermögensbetreuungspflichten in strafrechtlich relevanter Weise verletzt hätten, indem sie trotz Kenntnis der sich abzeichnenden Liquiditätsprobleme bei Lehman Brothers, die Überweisung von 319 Millionen Euro vom 15. September nicht verhindert haben, wie es hieß. Wie lange die Ermittlungen dauern werden, konnte die Staatsanwaltschaft nicht sagen.
IKB
ingo Beyersdorf (thehib)
- 23.10.2008, 12:20 Uhr
Der Chef verantwortet sein Haus!
David Thomas (luftholen)
- 23.10.2008, 12:23 Uhr
Bankenkultur am Horizont
Karin Frost (Westerland11)
- 23.10.2008, 12:28 Uhr
Heeeeeeeej
Arjeton Beka (Shqip20)
- 23.10.2008, 15:10 Uhr
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