Die Münchener Rück hat ihren Nettogewinn im dritten Quartal angesichts geringer Belastungen aus Naturkatastrophen um fast die Hälfte gesteigert, die Erwartungen des Marktes aber verfehlt. Für 2006 hob das Unternehmen seine Prognosen an und stellte einen Rekordgewinn in Aussicht.
Der Überschuß sei im Zeitraum Juli bis September auf 732 Millionen Euro von 514 Millionen im Vorjahr geklettert, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt allerdings mit 765 Millionen Euro gerechnet.
Höhere Dividende und Aktienrückkauf
Für 2006 rechnet das Unternehmen nun mit einem Gewinn von 3,2 bis 3,4 Milliarden Euro. Nach den ersten neun Monaten sind es bereits knapp 2,9 Milliarden. Im vergangenen Jahr hatte die Münchener Rück die großen Hurrikan-Schäden im Spätsommer und Herbst durch Beteiligungsverkäufe ausgeglichen und einen Rekordgewinn von 2,7 Milliarden Euro eingefahren.
Die Rendite auf das Risikokapital bezifferte die Münchener Rück für die ersten neun Monate auf 16,5 Prozent. Der Vorstand strebt eigentlich 15 Prozent an. Diese Marke werde 2006 aber klar übertroffen. Die Schaden-Kosten-Quote in Rückversicherung betrug 92,0 Prozent gegenüber 124,6 Prozent im Vorjahresquartal.
Einen Teil des überschüssigen Kapitals des Konzerns soll an die Eigentümer zurückgegeben werden. Zu einem winkt ihnen eine höhere Dividende. Zum anderen will die Münchener Rück von dieser Woche an für eine Milliarde Euro bis Ende April bis zu elf Millionen eigene Aktien erwerben. In der Regel werden die Papiere eingezogen, wodurch sich die Dividende künftig auf weniger Anteilsscheine verteilt.
Wie die Allianz blickt die Münchener Rück auf ein gutes Quartal zurück: Die Einnahmen aus Versicherungspolicen sprudeln nach den jüngsten Preiserhöhungen, die Auszahlungen für Schäden im Zeitraum Juli bis September fielen branchenweit gering aus. Hauptgrund: Die Hurrikan-Saison verläuft nach zwei Jahren für die Versicherer bislang ohne größere finanzielle Belastungen für die Versicherer.
