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Rücktritt : Telekom-Vorstandschef René Obermann geht Ende 2013

  • Aktualisiert am

Telekom-Chef Rene Obermann gibt seinen Posten überraschend ab Bild: dpa

Telekom-Chef René Obermann gibt überraschend Ende 2013 seinen Posten ab. Der Grund: Wr wolle mehr Zeit für Kunden, Produkte und Technik haben. Nachfolger wird der bisherige Finanzvorstand Timotheus Höttges.

          In der Deutschen Telekom steht ein Wechsel des Vorstandsvorsitzenden bevor. Nach sechs Jahren an der Spitze des Konzerns hat René Obermann völlig überraschend seinen vorzeitigen Rückzug angekündigt. Er will die Telekom Ende 2013, drei Jahre vor Ablauf seines regulären Vertrages, verlassen.

          Neuer Vorstandsvorsitzender soll der bisherige Finanzvorstand Timotheus Höttges werden. Der Aufsichtsrat der Telekom hat Obermanns Bitte am Donnerstag entsprochen und Höttges zum Nachfolger bestellt.

          „Ich will mehr Zeit für Kunden, Produktentwicklung und Technik“

          Obermann begründet den Schritt damit, dass er nach 16 Jahren Tätigkeit für die Deutsche Telekom, davon elf Jahre im Vorstand, wieder „stärker unternehmerisch geprägte Aufgaben“ übernehmen möchte. „Ich will wieder mehr Zeit für Kunden, Produktentwicklung und Technik haben“, sagte der 49 Jahre alte Vorstandsvorsitzende. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Ulrich Lehner, bedauerte seine Entscheidung und sage, er hätte die „erfolgreiche Zusammenarbeit sehr gerne weitergeführt“. Dem Aufsichtsrat sei es wichtig, die Nachfolge und den Übergangfrühzeitig zu regeln und so Kontinuität sicherzustellen.

          Die Bundesregierung als größter Aktionär der Telekom äußerte ebenfalls ihr Bedauern, wie es aus dem Finanzministerium hieß. Auch dort betrachtet man Höttges als sehr geeigneten Nachfolger, weil er den Konzern seit vielen Jahren genau kennt.

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          Die Aktienbörse reagierte gelassen auf die Nachricht vom Führungswechsel. Der Kurs der Telekom-Aktie stieg zunächst leicht an, schloss dann aber weitgehend unverändert. Höttges arbeitet seit vielen Jahren eng mit Obermann zusammen, die beiden sind auch privat befreundet. Er ist seit 2009 Finanzvorstand des Konzerns. Zuvor hatte er seit Dezember 2006 das Festnetzgeschäft geleitet. „Höttges ist der Beste, den man für diese Aufgabe gewinnen konnte“, lobte ihn Obermann. Einen neuen Finanzvorstand werde man im Laufe des kommenden Jahres bestellen.

          Erst vor wenigen Tagen hatte Obermann eine neue Strategie für den Konzern vorgestellt. Dividendenzahlungen sollen gekürzt werden, um mehr Geld in den Ausbau des Mobilfunks und schneller Breitbandnetze stecken zu können. Dafür wird die Ausschüttung von bisher 70 auf 50 Cent je Aktie gesenkt. Ziel ist es, den Umsatzrückgang zu bremsen und die Telekom von 2014 an wieder auf Wachstumskurs zu bringen.

          Höttges: „Wir werden in Deutschland massiv investieren“

          „Vor allem in Deutschland werden wir massiv investieren. Deutschland ist unser wichtigster Markt“, sagte Höttges. Rund 6 Milliarden Euro sollen hierzulande in schnelle Internetverbindungen investiert werden. Mit großen Schwierigkeiten kämpft der Konzern weiterhin in den Vereinigten Staaten, wo das Mobilfunkgeschäft mit einem Konkurrenten zusammengeführt werden soll. Auch dort sind Milliardeninvestitionen erforderlich.

          Wie Obermann bei einer Pressekonferenz andeutete, möchte er an seine Vergangenheit als selbständiger Unternehmer anknüpfen. Als junger Mann hatte Obermann 1986 die ABC Telekom gegründet und später zu einem erfolgreichen Unternehmen mit mehreren hundert Mitarbeitern entwickelt. Bei der Telekom arbeitete Obermann zunächst in der Mobilfunksparte T-Mobile, bevor er 2006 als Nachfolger von Kai-Uwe Ricke zum Vorstandsvorsitzenden aufstieg. Sein laufender Vertrag war schon 2010 vorzeitig bis Ende 2016 verlängert worden.

          Obwohl sich der Aktienkurs der Telekom unter seiner Führung nicht nachhaltig verbessert hat, kann sich Obermann zugute halten, dass er den Konzern nach einer schwierigen Anlaufphase mit einem großen Arbeitskampf und diversen Spitzel- und Datenskandalen wieder in ruhiges Fahrwasser gebracht hat. Durch Verbesserungen im Service, Kostensenkungen und viele interne Reformen gelang es, vor allem im Deutschland-Geschäft wieder Boden gutzumachen. „Wir haben in den vergangenen Jahren Lösungen für die wesentlichen Baustellen gefunden“, sagte Obermann, der durch seine Ehe mit der Fernsehmoderatorin Maybrit Illner einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden war.

          Quelle: FAZ.NET/dpa/Reuters

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