In der Metall-Branche Nordamerikas entsteht in einer milliardenschweren Dreier-Fusion einer der größten Kupfer- und Nickel-Konzerne der Welt. Der amerikanische Kupferkonzern Phelps Dodge übernimmt nach eigenen Angaben vom Montag für rund 40 Milliarden Dollar (knapp 32 Milliarden Euro) die kanadischen Nickel-Unternehmen Inco und Falconbridge.
Die Fusion beendet einen rund ein Jahr lang andauernden Übernahmekampf verschiedener Interessenten um Inco und Falconbridge. Phelps tritt dabei offenbar als sogenannter „Weißer Ritter“ bei den beiden kanadischen Firmen auf. Dabei versüßen Phelps und Inco den Aktionären ein bestehendes Inco-Angebot für Falconbridge über 19 Milliarden Kanadische Dollar. An Inco war auch der kanadische Konzern Teck Cominco interessiert. Für Falconbridge hatte Xstrata aus der Schweiz ein feindliches Übernahmeangebot abgegeben.
Kein Stellenabbau in Kanada, für drei Jahre
Phelps teilte mit, es kaufe Inco für 80,13 Kanadische Dollar in bar und Aktien je Inco-Anteilsschein. Im Gegenzug erhöhe Inco seine Offerte für Falconbridge auf 62,11 Kanadische Dollar je Aktie. Die Unternehmen rechnen bis 2008 mit jährlichen Einsparungen von insgesamt 900 Millionen Dollar. Phelps sicherte zu, in den drei Jahren nach der Fusion in Kanada keine Stellen abzubauen.
Das neue Unternehmen Phelps Dodge Inco wird den Angaben nach der größte Nickel-Konzern der Welt und der größte börsennotierte Kupfer-Konzern. Seine Konzernzentrale werde am Firmensitz von Phelps in Phönix ansässig sein. Phelps-Chef J. Steven Whisler werde als Chairman und CEO auch den fusionierten Konzern leiten. Inco-Chef Scott Hand werde Vize-Chairman. Falconbridge-Chef Derek Pannell werde als Präsident der Sparte Inco-Nickel für das gesamte Geschäft mit Nickel, Aluminium und Zink zuständig sein.
Phelps erklärte, die Transaktion sei nicht von dem Erfolg des Inco-Angebots für Falconbridge abhängig. Den Inco-Aktionären würden die gleichen Bedingungen garantiert, die bei zu Stande kommen der Dreier-Fusion gelten. Die Fusion soll im September abgeschlossen sein. Der neue Konzern plant in den ersten zwölf Monaten nach dem Zusammenschluß einen Aktienrückkauf im Wert von fünf Milliarden Dollar.
