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Großauftrag : Australien bestellt Panzer von Rheinmetall

Der Boxer während einer Übung im australischen Bundesstaat Victoria. Bild: AFP

Im Wettrennen um Unterseeboote für Australien unterlag die deutsche Rüstungsindustrie noch Frankreich. Nun aber gewinnt Rheinmetall einen Milliardenauftrag „down-under“. Und nicht nur das.

          Die deutsche Rüstungsindustrie zieht einen weiteren Großauftrag aus Australien an Land: Rheinmetall Landsysteme schlug seinen britischen Wettbewerber BAE Systems bei der Vergabe des Auftrags für 200 Schützenpanzer. Der Vertragswert wird auf rund 5 Milliarden Australische Dollar (3,2 Milliarden Euro) geschätzt.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Nach drei Jahren der Verhandlung und Prüfung der Fahrzeuge wird Rheinmetall nun 211 Boxer Schützenpanzer in Ipswich im nordaustralischen Queensland bauen. BAE hatte den AMV35 ins Felde geführt, der in der Auswahl dem deutschen Panzer unterlegen war. „Die Schützenpanzer werden von australischen Arbeitern aus australischem Stahl in Australien gebaut werden“, sagte Ministerpräsident Malcolm Turnbull während der Auftragsvergabe an diesem Mittwoch.

          Arbeitsplätze in Australien

          Die Entscheidung über einen zweiten Vertrag im Volumen von ungefähr 15 Milliarden Australischen Dollar steht noch aus, theoretisch aber könnten auch ihn die Deutschen gewinnen. Rheinmetall trifft dabei abermals auf den Konkurrenten BAE, aber zusätzlich auch auf General Dynamics und Lockheed Martin sowie ST Engineering aus Singapur. In dieser Anfangsphase der Ausschreibung bietet Rheinmetall ebenfalls den Boxer, aber auch den mit Partner Krauss-Maffei Wegmann gebauten Puma und die Neuentwicklung Lynx an.

          Andrew Fletcher, Geschäftsführer von Rheinmetall Defence in Australien, erinnert im Gespräch mit FAZ.NET daran, dass sein Unternehmen gemeinsam mit MAN im Jahr 2013 schon den Auftrag für 2600 gepanzerte Lastwagen im Gesamtwert von 1,65 Milliarden Australischen Dollar gewonnen hat. Sie hätten rund 30 Prozent lokalen Anteil.

          Ministerpräsident Turnbull erklärte, der Gesamtwert des jetzigen Paketes über die Zeitspanne von 30 Jahren betrage ebenfalls 15 Milliarden Dollar. Insgesamt sollen durch den Bau und die Wartung der Panzer rund 1500 Stellen auch bei Zulieferern in Australien geschaffen werden. Die ersten Fahrzeuge sollen 2020 einsatzfähig sein.

          2022 sollte dann über den Kauf und Bau von weiteren rund 450 Panzern für die Infanterie entschieden werden. Auch dabei stellt sich Rheinmetall einmal mehr der Konkurrenz. Die Käufe sind Teil eines Gesamtpaketes, mit dem die australischen Streitkräfte durch Waffenkäufe im Wert von rund 200 Milliarden Australischen Dollar aufgerüstet werden sollen. Zugleich will Australien zu einem der zehn führenden Waffenexporteure der Welt heranreifen.

          Zwischenzeitlich hat die Bremer Lürssen-Werft den Auftrag von Patrouillenbooten im Wert von rund 4 Milliarden Dollar in Adelaide und Perth gewonnen. Die deutsche Werft Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) hatte hingegen in einem aufsehenerregenden Vergabeprozess um den Auftrag für den Bau von Unterseebooten gegen den französischen Staatskonzern Naval Group (damals DCNS) verloren. 

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