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Rekordsumme Goldman muss ein halbe Milliarde Dollar zahlen

16.07.2010 ·  Die amerikanische Börsenaufsicht SEC klagte gegen Goldman Sachs, weil diese Kunden falsch informiert habe. Die Investmentbank spricht von unvollständigen Werbeunterlagen und willigte nun ein, deswegen 550 Millionen Dollar zu zahlen - die höchste Summe in der Geschichte der Aufsicht.

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Wochelang hatte die Börsenaufsicht SEC gegen die amerikanische Großbank Goldman Sachs wegen Betrugsverdacht ermittelt. Nun hat die Bank eingelenkt und sich bereit erklärt 550 Millionen Dollar zu zahlen. Die Vereinbarung sei eine Mahnung an die Wall Street, dass „kein Produkt zu komplex und kein Investor zu raffiniert“ sei, um einer Bestrafung zu entgehen, „wenn eine Firma die grundlegenden Prinzipien der ehrlichen Behandlung“ verletzt, sagte der Chefermittler Robert Khuzami von der Börsenaufsicht am Donnerstag.

„Eine halbe Milliarde Dollar ist die höchste Strafe, die die SEC in ihrer Geschichte jemals gegen eine Finanzfirma verhängt hat“, sagte er. Nach Angaben der Bäörsenaufsicht verloren die Anleger mehr als eine Milliarde Dollar. 300 Millionen Dollar zahlt das Geldhaus nun an das Finanzministerium und 250 Millionen an Anleger, die zu Schaden gekommen sind. Die deutsche Mittelstandsbank IKB bekommt 150 Millionen Dollar, die Royal Bank of Scotland 100 Millionen Dollar.

Ein Partner habe gegen die Anlage gewettet

Im April hatte die Behörde eine Zivilklage wegen Betrugs angestrengt (siehe Börsenaufsicht SEC verklagt Goldman Sachs). Sie wirft der Bank vor, Kunden bewusst wichtige Informationen über ein verbrieften Hypothekenkredite (CDOs) vorenthalten zu haben. Goldman Sachs soll das kritisierte Finanzprodukt in dem Moment aufgelegt zu haben, als der amerikanische Immobilienmarkt abzustürzen begann. Den Anlegern sei zugesichert worden, die Anlagen hinter dem Finanzprodukt seien von einem unabhängigen Dritten ausgewählt worden, erklärte die Börsenaufsicht.

Die Bank habe dabei verschwiegen, dass einer ihrer wichtigsten Kunden, der Investmentfonds Paulson, auf die Schaffung des Produktes gedrungen habe und gleichzeitig auf den Verfall der Papiere wettete (siehe Wall-Street-Legende John Paulson im Zwielicht). Paulson zahlte Goldman Sachs für die Schaffung des Finanzproduktes nach Angaben der Aufsicht 15 Millionen Dollar und soll das Portfolio haben. Als der amerikanische Hypothekenmarkt dann zusammenbrach, verdiente der Fonds viel Geld.

„Für manche Banken gibt es immer einen einfachen Ausweg“

Goldman Sachs hatte die Vorwürfe der SEC zunächst als „vollkommen unbegründet“ zurückgewiesen und angekündigt, sich gegen die Vorwürfe „tatkräftig“ zu wehren. Bis kommenden Montag hätte das Unternehmen Zeit gehabt, zu den im April erhobenen Vorwürfen der SEC Stellung zu nehmen. Nun teilte das Unternehmen mit, dass die Werbematerialien für das Produkt „unvollständig“ gewesen seien. Es sei ein Fehler gewesen, die Käufer nicht darauf hinzuweisen, dass die finanziellen Interessen dieses Kunden denen der Käufer zuwiderliefen, erklärte Goldman.

An der Börse wurde der Vergleich positiv aufgenommen: Goldman-Aktien kletterten nachbörslich um mehr als 4 Prozent. Nach ersten Medienberichten über eine Einigung lagen sie kurz vor Börsenschluss zeitweise noch höher im Plus. „Für manche Banken gibt es immer einen einfachen Ausweg“, kommentierte ein Börsianer. Am Markt hätten Investoren die Höhe der Strafe lediglich als eine Ohrfeige gesehen. Immerhin verdiene Goldman Sachs mehr als 13 Milliarden Dollar im Jahr.

Der Vergleich muss nun noch von einem New Yorker Bundesrichter genehmigt werden. Die SEC-Klage gegen den parallel beschuldigten französischen Goldman-Banker Fabrice Tourre laufe dessen ungeachtet weiter, teilte die Behörde mit.

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Von Heike Göbel

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