http://www.faz.net/-gqe-77rc0
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 18.03.2013, 16:14 Uhr

Rekordauftrag für Airbus Indonesischer Billigflieger bestellt 234 Flugzeuge

Die indonesische Billigfluglinie Lion Air beschert Airbus einen Rekordauftrag: Für insgesamt 18,4 Milliarden Euro bestellen die Asiaten 234 Flugzeuge. Damit soll das Streckennetz außerhalb Indonesiens erheblich ausgeweitet werden.

© AP Lion Air will expandieren - und bestellt dazu 234 Flugzeuge bei Airbus

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat in Indonesien den größten Auftrag seiner Geschichte an Land gezogen. Der Billigflieger Lion Air habe 234 Flugzeuge für insgesamt 18,4 Milliarden Euro bestellt, teilten Airbus und die französische Regierung am Montag mit. Staatspräsident Francois Hollande erklärte, der Auftrag sei „der größte für Airbus sowohl was die Zahl der Maschinen als auch das Gesamtvolumen angeht“.

Die Asiaten wollen 174 Maschinen der neuen Baureihen A320neo und A321neo kaufen. Hinzu kommen 60 herkömmliche A320-Modelle. Airbus will mit der Order verlorenen Boden auf den US-Erzrivalen Boeing gutmachen. Die aufstrebende Lion Air will mit den neuen Jets ihr Streckennetz im asiatisch-pazifischen Raum ausbauen und zudem neue Fluggesellschaften außerhalb Indonesiens gründen.

Mit dem Großauftrag luchste Airbus Boeing einen von dessen größten Kunden in den Schwellenländern ab. Lion Air hatte noch vor zwei Jahren gut 200 Maschinen für 22 Milliarden Dollar bei den Amerikanern bestellt. Die Airline baute seine Flotte zuletzt stark aus, um den Bedarf nach Mittelstrecken-Fliegern auf dem schnell wachsenden Luftfahrtmarkt des Landes zu decken.

Expansion im asiatisch-pazifischen Raum

Lion-Air-Chef Rusdi Kirana kündigte in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters für 2015 einen neuen Anlauf für einen Börsengang an. Erst im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen Pläne für ein IPO wegen der Marktturbulenzen auf Eis gelegt.

Auf die Frage, was mit den frisch bestellten Maschinen geschehen soll, sagte Kirana: „Ich werde neue Airlines in anderen Ländern gründen, im asiatisch-pazifischen Raum.“ Neben einer Expansion nach Malaysia hat Lion Air auch Australien ins Visier genommen.

Mehr zum Thema

Frankreichs Präsident Hollande kommt die Riesenbestellung in Zeiten der Konjunkturflaute gerade recht. „Dank dieses Auftrags kann Airbus für die nächsten zehn Jahre 5000 Arbeitsplätze sichern“, sagte er bei der Unterzeichnung des Vertrags im Pariser Elysee-Palast.

Der Strategiechef der Airbus-Mutter EADS, Marwan Lahoud, versicherte, das Geschäft sei ordentlich finanziert. Der Konzern greife dafür auf Exportkreditgarantien zurück. Die Amerikaner hatten den Boeing-Deal von Lion Air mit ähnlichen Hilfen flankiert.

Airbus visiert Rekord bei Auslieferungen an

Trotz konjunktureller Schwankungen erweist sich das Verkehrsfliegergeschäft weltweit als robust. Zahlreiche Fluglinien modernisieren ihre Flotten, um mit spritsparenden Jets auf steigende Treibstoffpreise zu reagieren.

Für Airbus und EADS ist der Boom in der Zivilluftfahrt ein Segen. Im laufenden Jahr will das Management mit bis zu 610 Airbus-Zustellungen den bisherigen Auslieferrekord knacken.

Das Geschäft mit Rüstungstechnik läuft indes weniger gut. Die Sparte wird derzeit saniert und stellt sich angesichts knapper Staatsetats in Europa auf schwierigere Zeiten ein.

Airbus will wieder näher an Rivalen Boeing heranrücken

Die Konkurrenz bleibt Airbus allerdings auf den Fersen. Kreisen zufolge bestellt der irische Billigflieger Ryanair demnächst bei Boeing 170 Maschinen vom Typ 737 für 15 Milliarden Dollar.

Der amerikanische Rivale hatte Airbus im vergangenen Jahr als absatzstärkster Anbieter abgelöst, in diesem Jahr wollen die Europäer wieder näher an die Amerikaner heranrücken. Beide haben bei ihren großen Modellen allerdings mit technischen Problemen zu kämpfen.

Boeings Prestigeobjekt Dreamliner musste nach Problemen mit brandgefährlichen Batterien zuletzt am Boden bleiben. Der Airbus-Riesenflieger A380 musste zur Reparatur von Haarrissen in die Werkstätten.

Quelle: FAZ.NET/Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Triebwerke in Fernost Stück für Stück baut China seine Flugzeugindustrie aus

Der erste selbst entworfene Regionaljet fliegt bereits. Jetzt will China dafür auch die Teile selbst machen - in Peking entsteht ein riesiger Turbinenhersteller. Airbus und Boeing müssen die neue Konkurrenz fürchten. Mehr Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai

29.08.2016, 14:09 Uhr | Wirtschaft
Indonesien Streit um Mega-Bauprojekt auf Bali

Auf der Ferieninsel Bali gehen die Menschen auf die Straße. Sie wehren sich gegen die geplante Luxusferienanlage mitten in der Bucht von Benoa, ein Projekt für 13 Milliarden Euro. Die Regierung von Bali hofft, dass durch die Ferienanlage die Wirtschaft und der Tourismus angekurbelt werden. Mehr

27.08.2016, 16:20 Uhr | Gesellschaft
Jumbojet Der Erfinder der Boeing 747 ist tot

Das Großraum-Flugzeug Boeing 747 hat das Fliegen revolutioniert. Heute ist es nicht mehr konkurrenzfähig. Nun ist der Vater des legendären Jumbo-Jets, Joe Sutter, gestorben. Mehr Von Ulrich Friese

31.08.2016, 14:14 Uhr | Wirtschaft
Istanbul Die dritte Brücke über den Bosporus

Eine dritte Brücke, die den asiatischen und europäischen Teil Istanbuls miteinander verbindet, ist fertiggestellt. Das Video zeigt die Bauarbeiten. Mehr

26.08.2016, 10:13 Uhr | Wirtschaft
Amazon führt Dash Button ein Waschmittel und Hundefutter auf Knopfdruck

Kein Waschmittel, keine Druckerpatrone, kein Katzenfutter mehr im Haus? Amazon will, dass Kunden das nicht mehr passiert. Sie müssen nur noch drücken. Oder ihre Haushaltsgeräte übernehmen es. So funktioniert es. Mehr Von Marco Dettweiler

31.08.2016, 07:00 Uhr | Technik-Motor

Hartz IV mit Methode

Von Kerstin Schwenn

Die Hartz IV-Leistungen sollen Anfang 2017 steigen. Die Erhöhungen folgen dabei strikten Vorgaben - und trotzdem kommt Kritik von den üblichen Verdächtigen. Das hat Methode. Mehr 43 65

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden