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Rekordauftrag für Airbus Indonesischer Billigflieger bestellt 234 Flugzeuge

Die indonesische Billigfluglinie Lion Air beschert Airbus einen Rekordauftrag: Für insgesamt 18,4 Milliarden Euro bestellen die Asiaten 234 Flugzeuge. Damit soll das Streckennetz außerhalb Indonesiens erheblich ausgeweitet werden.

© AP Lion Air will expandieren - und bestellt dazu 234 Flugzeuge bei Airbus

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat in Indonesien den größten Auftrag seiner Geschichte an Land gezogen. Der Billigflieger Lion Air habe 234 Flugzeuge für insgesamt 18,4 Milliarden Euro bestellt, teilten Airbus und die französische Regierung am Montag mit. Staatspräsident Francois Hollande erklärte, der Auftrag sei „der größte für Airbus sowohl was die Zahl der Maschinen als auch das Gesamtvolumen angeht“.

Die Asiaten wollen 174 Maschinen der neuen Baureihen A320neo und A321neo kaufen. Hinzu kommen 60 herkömmliche A320-Modelle. Airbus will mit der Order verlorenen Boden auf den US-Erzrivalen Boeing gutmachen. Die aufstrebende Lion Air will mit den neuen Jets ihr Streckennetz im asiatisch-pazifischen Raum ausbauen und zudem neue Fluggesellschaften außerhalb Indonesiens gründen.

Mit dem Großauftrag luchste Airbus Boeing einen von dessen größten Kunden in den Schwellenländern ab. Lion Air hatte noch vor zwei Jahren gut 200 Maschinen für 22 Milliarden Dollar bei den Amerikanern bestellt. Die Airline baute seine Flotte zuletzt stark aus, um den Bedarf nach Mittelstrecken-Fliegern auf dem schnell wachsenden Luftfahrtmarkt des Landes zu decken.

Expansion im asiatisch-pazifischen Raum

Lion-Air-Chef Rusdi Kirana kündigte in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters für 2015 einen neuen Anlauf für einen Börsengang an. Erst im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen Pläne für ein IPO wegen der Marktturbulenzen auf Eis gelegt.

Auf die Frage, was mit den frisch bestellten Maschinen geschehen soll, sagte Kirana: „Ich werde neue Airlines in anderen Ländern gründen, im asiatisch-pazifischen Raum.“ Neben einer Expansion nach Malaysia hat Lion Air auch Australien ins Visier genommen.

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Frankreichs Präsident Hollande kommt die Riesenbestellung in Zeiten der Konjunkturflaute gerade recht. „Dank dieses Auftrags kann Airbus für die nächsten zehn Jahre 5000 Arbeitsplätze sichern“, sagte er bei der Unterzeichnung des Vertrags im Pariser Elysee-Palast.

Der Strategiechef der Airbus-Mutter EADS, Marwan Lahoud, versicherte, das Geschäft sei ordentlich finanziert. Der Konzern greife dafür auf Exportkreditgarantien zurück. Die Amerikaner hatten den Boeing-Deal von Lion Air mit ähnlichen Hilfen flankiert.

Airbus visiert Rekord bei Auslieferungen an

Trotz konjunktureller Schwankungen erweist sich das Verkehrsfliegergeschäft weltweit als robust. Zahlreiche Fluglinien modernisieren ihre Flotten, um mit spritsparenden Jets auf steigende Treibstoffpreise zu reagieren.

Für Airbus und EADS ist der Boom in der Zivilluftfahrt ein Segen. Im laufenden Jahr will das Management mit bis zu 610 Airbus-Zustellungen den bisherigen Auslieferrekord knacken.

Das Geschäft mit Rüstungstechnik läuft indes weniger gut. Die Sparte wird derzeit saniert und stellt sich angesichts knapper Staatsetats in Europa auf schwierigere Zeiten ein.

Airbus will wieder näher an Rivalen Boeing heranrücken

Die Konkurrenz bleibt Airbus allerdings auf den Fersen. Kreisen zufolge bestellt der irische Billigflieger Ryanair demnächst bei Boeing 170 Maschinen vom Typ 737 für 15 Milliarden Dollar.

Der amerikanische Rivale hatte Airbus im vergangenen Jahr als absatzstärkster Anbieter abgelöst, in diesem Jahr wollen die Europäer wieder näher an die Amerikaner heranrücken. Beide haben bei ihren großen Modellen allerdings mit technischen Problemen zu kämpfen.

Boeings Prestigeobjekt Dreamliner musste nach Problemen mit brandgefährlichen Batterien zuletzt am Boden bleiben. Der Airbus-Riesenflieger A380 musste zur Reparatur von Haarrissen in die Werkstätten.

Quelle: FAZ.NET/Reuters

 
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