01.08.2007 · Die amerikanische Hypothekenkrise lässt die Banken zittern. Die Deutsche Bank wiegelt ab - und präsentiert glänzende Zahlen für das zweite Quartal. Josef Ackermann beteuert, das Umfeld sei zwar schwierig, die Deutsche Bank aber weiter auf Erfolgskurs.
Die Deutsche Bank hat ungeachtet der amerikanischen Hypothekenkrise das beste zweite Quartal ihrer Geschichte verbucht und in allen Geschäftsbereichen stark abgeschnitten. Wie Deutschlands größtes Geldhaus am Mittwoch mitteilte, fiel von April bis Juni unter dem Strich ein Gewinn von 1,78 Milliarden Euro an - 31 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Damit übertraf die Bank die Analystenerwartungen klar, die im Schnitt mit 216 Millionen Euro weniger gerechnet hatten. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern kletterte im Quartal bereinigt um Sonderfaktoren auf 35 (33) Prozent und lag damit zehn Punkte über der Zielmarke von Vorstandschef Josef Ackermann.
Trotz der massiven Nervosität an den Kreditmärkten und den jüngsten Turbulenzen bei der Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB gab sich Ackermann optimistisch. Die Deutsche Bank sei „fest davon überzeugt“, weiter gute Ergebnisse zu erwirtschaften, erklärte er in der Konzernmitteilung.
In allen Geschäftsbereichen zugelegt
Vor Steuern steigerte die Deutsche Bank den Quartalsgewinn um 32 Prozent auf 2,70 Milliarden Euro. Insbesondere Provisionsüberschuss und Handelsergebnis sorgten dafür, dass die Frankfurter die Erwartungen übertrafen. So kletterte das Handelsergebnis um gut die Hälfte auf 3,10 Milliarden Euro, während sich der Provisionsüberschuss auf 3,14 (Vorjahr 2,88) Milliarden erhöhte. Der Zinsüberschuss stieg um sechs Prozent auf 1,97 Milliarden Euro.
„Alle Geschäftsbereiche haben zu diesem Wachstum beigetragen“, erläuterte Ackermann. Allerdings blieb erneut ein deutliches Übergewicht der Sparte Firmenkunden und Investmentbanking (CIB), die mit 2,0 (Vorjahr 1,5) Milliarden Euro etwa drei Viertel des Gewinns vor Steuern erwirtschaftete. Insbesondere im Handel - sowohl mit Anleihen als auch mit Aktien - konnte die Deutsche Bank kräftig zulegen. Die Pipeline mit Beratungsaufträgen für Börsengänge und Übernahmen (M&A) sei stark gefüllt, hieß es zudem. Das Konzernsegment Privatkunden und Vermögensverwaltung (PCAM) steigerte den Vorsteuergewinn im Quartal um 19 Prozent auf 588 Millionen Euro.
Hypothekenkrise keine grundlegende Umwälzung
Ackermann stellte klar, dass die amerikanische Hypothekenkrise aus Sicht der Bank zwar Auswirkungen auf das Geschäftsumfeld habe, aber keine grundlegende Umwälzung darstelle. Die Unsicherheit an den weltweiten Finanzmärkten werde kurzfristig anhalten, Teilbereiche der Kreditmärkte dürften schwierig bleiben.
Geschäftsmodell und Risikomanagement der Bank seien aber darauf ausgerichtet, auch unter den aktuellen Bedingungen erfolgreich zu sein. „Daher sind wir fest davon überzeugt, dass diese Disziplin es uns erlauben wird, weiterhin gute Ergebnisse zu liefern“, resümierte Ackermann.
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