Home
http://www.faz.net/-gqi-129tk
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Regierung pessimistisch Chrysler angeblich keinen Rettungsversuch wert

21.04.2009 ·  Nach einer Serie ergebnisloser Spitzentreffen steuert der Autobauer Chrysler Medienberichten zufolge rasant auf eine Insolvenz zu. Nach Ansicht einiger Regierungsvertreter sei Chrysler keinen Rettungsversuch mehr wert.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Nach einer Serie ergebnisloser Spitzentreffen in Washington steuert der krisengeschüttelte Autobauer Chrysler amerikanischen Medienberichten zufolge immer schneller auf eine Insolvenz zu. Nach Ansicht einiger Regierungsvertreter sei der drittgrößte amerikanische Hersteller keinen Rettungsversuch mehr wert, berichtete das „Wall Street Journal“ am Montagabend (Ortszeit) unter Berufung auf Insider. Chrysler habe eine zu schwache Produktpalette und sei zu wenig international.

Beamte des Finanzministeriums waren am Montag in der amerikanischen Hauptstadt der Zeitung zufolge mit den Chefs von Chrysler, Robert Nardelli, und Fiat, Sergio Marchionne, zusammengetroffen. Der amerikanische Präsident Barack Obama hatte eine Allianz des italienischen Autobauers mit Chrysler zur Bedingung für weitere Milliardenhilfen gemacht.

Obamas Ultimatum für eine Einigung und einen tragfähigen Sanierungsplan läuft Ende April ab. Dann werde er Chrysler entweder in eine Insolvenz zwingen - entweder zur Sanierung oder gar zur Abwicklung des Konzerns, so die Zeitung im Internet. An den Gesprächen sei auch die Autogewerkschaft UAW beteiligt gewesen, schreibt das Blatt.

Allianz mit Fiat noch nicht in trockenen Tüchern

Chrysler muss wie auch die ebenfalls ums Überleben kämpfende Opel-Mutter General Motors (GM) mit Gewerkschaft und Gläubigern massive Zugeständnisse aushandeln. Bislang gelang dies nicht. Auch die Allianz mit Fiat ist noch nicht in trockenen Tüchern.

Der Fiat-Konzern und Chrysler seien allerdings trotz des engen Zeitplans unverändert optimistisch, einen Deal zu vereinbaren, der die Bedenken der Regierung berücksichtigt, sagten einige Personen, die für Fiat tätig sind. Eine Sprecherin der UAW und ein Sprecher des italienischen Konzerns wollten die Informationen nicht kommentieren. Eine Chrysler-Sprecherin sagte, dass sie mit häufigen Treffen der Beteiligten rechnet, um eine Einigung zu erzielen.

Nach einem Bericht des amerikanischen Finanzministeriums, der offensichtlich am Dienstag veröffentlicht werden soll, soll Chrysler von der amerikanischen Regierung offenbar diesen Monat weitere Finanzhilfen über bis zu 500 Millionen Dollar erhalten. Der General Motors Corp sollen weitere Hilfen über bis zu 5 Milliarden Dollar zufließen. GM hat für seinen Rettungsplan einen Monat länger Zeit bekommen als Chrysler. Eine Insolvenz galt zuletzt aber ebenfalls als immer wahrscheinlicher.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 25 39

30.05.2012 15:46 Uhr
  Vortag
Dax 6.303,68 −1,46%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.374,48 −1,41%
Dow Jones 12.452,30 −1,02%
EUR/USD 1,2419 −0,55%
Rohöl Brent Crude 103,94 $ −2,72%
Gold 1.579,50 $ 0,00%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.