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Regenerative Energie Bosch übernimmt Solaranbieter Ersol

02.06.2008 ·  Der Autozulieferer Bosch hat sich eine Mehrheit am Solarzellen-Hersteller Ersol Solar Energy gesichert. Das bevorstehende Übernahmeangebot lässt die Solar-Aktie zum Handelsbeginn um 63 Prozent nach oben schießen.

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Der weltgrößte Autozulieferer und Elektrokonzern Bosch will mit der milliardenschweren Übernahme des Solarzellen-Herstellers Ersol seinen Bereich erneuerbare Energien ausbauen. Die Stuttgarter haben sich bereits mehr als 50 Prozent an Ersol gesichert und den ausstehenden Aktionären ein Kaufangebot unterbreitet. Gleichzeitig kündigte Ersol-Chef Claus Beneking seinen Rücktritt in den nächsten Monaten „aus persönlichen Gründen“ an.

Wie beide Unternehmen in der Nacht auf Montag bekanntgaben, hat Bosch mit dem Ersol-Großaktionär Ventizz den Kauf von 50,45 Prozent für 101 Euro je Aktie vertraglich vereinbart. Die Offerte des Kapitalfonds liegt nach Bosch-Angaben 63,3 Prozent über dem Schlusskurs von Freitag und 68,3 Prozent über dem Durchschnittskurs der letzten drei Monate. Die Börse reagierte mit einem Kursfeuerwerk. Nach der angekündigten Übernahme ist die Ersol-Aktie am Montag zum Handelsbeginn um 63 Prozent auf 100,90 Euro in die Höhe geschossen. Ersol wird damit auf rund 1,1 Milliarden Euro bewertet.

Der Schritt zeige, dass nun auch die großen Namen trotz der gesenkten Förderung in die Branche investieren, sagte ein Börsianer. Nun dürfte der Branche eine Konsolidierungswelle bevorstehen. Die Koalition in Berlin hatte sich in der vergangenen Woche auf die künftige Förderung von Ökostrom verständigt und die Solarbranche vor drastischen Einschnitten verschont (Solarstromförderung: „Damit kann die Branche leben“).

Ersol zuletzt leicht unter den Erwartungen

Die Kartellbehörden müssten der Transaktion noch zustimmen, teilten beide Unternehmen mit. Für die verbleibenden Ersol-Aktien werde Bosch ein öffentliches Übernahmeangebot vorlegen. Das in Erfurt ansässige Unternehmen Ersol entwickelt und fertigt Silizium-Solarzellen und -Wafer, ein Vorprodukt für Solarzellen. Die Thüringer hatten im ersten Quartal aufgrund von guten Geschäften im Ausland ihren Umsatz auf 52,4 Millionen Euro verdoppelt. Operativ verdiente Ersol mit 7,7 Millionen Euro 79,5 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Analysten hatten allerdings mehr erwartet: Ihre Prognosen lauteten auf 57 Millionen Euro beim Umsatz und neun Millionen Euro beim operativen Gewinn.

Der Vorstand bekräftigte seine Planungen für das Gesamtjahr: Der Umsatz soll auf 300 bis 320 (Vorjahr: 160) Millionen Euro steigen, das Ebit auf 70 bis 80 (22,3) Millionen Euro. Erstmalig dürfte die angepeilte operative Gewinnmarge von mehr als 20 Prozent erreicht werden.

Bosch teilt mit, mit den bestehenden Aktivitäten im Bereich regenerativer Energien 2008 einen Umsatz von rund 750 Millionen Euro erzielen zu wollen. Bosch Rexroth liefere unter anderem Getriebe- und Antriebstechnik für Windenergieanlagen und entwickele Antriebskonzepte für die Meeresenergiegewinnung. Bosch Thermotechnik stelle Solarkollektoren für die Warmwasseraufbereitung her. Im Juni 2007 sei Bosch eine Kooperation mit der BASF und der Heliatek GmbH, Dresden, auf dem Gebiet der Organischen Photovoltaik eingegangen. Ziel dieser Kooperation ist, Solarzellen deutlich kostengünstiger herzustellen und gleichzeitig die Zahl der Anwendungsgebiete zu steigern.

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Von Werner Sturbeck

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