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Reederei und Nahrungsmittelkonzern Rohstoffpreise könnten Oetker bremsen

21.06.2011 ·  Oetker hatte im Vorjahr den stärksten Umsatzeinbruch der Firmengeschichte verkünden müssen. Nun erklärt er die kurze Krise für beendet. Doch im Handel toben Preiskämpfe, steigende Rohstoffpreise können nicht voll weitergereicht werden.

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Die Schifffahrts-Sparte des Oetker-Konzerns hat einmal mehr auf die Bilanz durchgeschlagen - diesmal allerdings positiv. 2010 legte der maritime Unternehmensbereich um knapp 39 Prozent zu und bescherte der Gruppe ein glänzendes Ergebnis. Im Vorjahr hatte der größte Sektor des Unternehmens noch mit einem Umsatzeinbruch von 28 Prozent maßgeblich zum heftigsten Einbruch der Firmengeschichte beigetragen. Die am Dienstag von Konzernchef Richard Oetker präsentierte Bilanz - sie weist ein Umsatzplus von rund 19 Prozent aus - ist die erste volle seit seinem Amtsantritt Anfang 2010. Und sie ist, wie zumeist: „zufriedenstellend“.

Man sei nicht mehr ganz so optimistisch wie noch vor ein paar Monaten, sagte Richard Oetker. „Alle Sparten vermelden bislang eine zurückhaltende Geschäftsentwicklung und stehen großen Herausforderungen gegenüber“, sagt der 60 Jahre alte Oetker. Größere Bewegungen im Konzern seien nicht absehbar, weder Akquisitionen noch Verkäufe.

Der Konzern hat nach dem Umsatzeinbruch 2009 im vergangenen Geschäftsjahr wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Der Umsatz stieg 2010 im Vorjahresvergleich um 18,9 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro. Bereinigt um Zukäufe und Währungsgewinne war es noch ein Plus von 15,7 Prozent. Im Jahr davor war es noch ein Umsatzrückgang von 13,9 Prozent gewesen. Zu Gewinnen oder Verlusten macht Oetker traditionell keine Angaben. Die Zahl der Mitarbeiter stieg 2010 um 4,3 Prozent auf weltweit 25 600.

Die anziehenden Rohstoffpreise könnten das Wachstum des Reederei- und Nahrungsmittelkonzerns Oetker 2011 bremsen. Es werde schwer, die höheren Kosten etwa für Nahrungsmittel-Grundstoffe an den Handel weiterzugeben, sagte Oetker-Chef Richard Oetker - denn dort tobten weiter Preiskämpfe. Auch die zuletzt florierende Schifffahrtssparte leide unter steigenden Treibstoffkosten.

Wachstum erzeugen die Oetker-Sparten - neben den Bereichen Nahrungsmittel und Reederei sind dies Bier, Sekt und Spirituosen sowie Chemie und Hotels - vor allem durch Zukäufe oder Wachstum im Ausland. Die Sektkellerei Henkell hätte ohne die Zukäufe der Marken Kuemmerling, Jacobi 1880 und Fürst von Bismarck ein Minus erwirtschaftet, ebenso wie die größte deutsche Brauerei-Gruppe Radeberger. Der Auslandsanteil am Umsatz liegt in der Gruppe mittlerweile bei 66,6 Prozent (Vorjahr: 61,8 Prozent).

Die Oetker-Gruppe

Das Bielefelder Familienunternehmen Oetker ist ein großer Gemischtwarenladen. Zu der Gruppe gehören 431 einzelne Unternehmen und rund 25 600 Beschäftigte weltweit. Die bei Verbrauchern bekannteste Sparte ist sicherlich die Dr. Oetker GmbH. Dazu zählen unter anderem Puddingpulver, Backmischungen und Tiefkühlkost. Weltweit arbeiten für die Sparte mehr als 9400 Beschäftigte in 40 Ländern. 2010 betrug der Umsatz 1,94 Milliarden Euro. Insgesamt macht die Nahrungsmittelsparte ein Viertel des Gesamtumsatzes der Oetker Gruppe aus.

Zur Oetker Gruppe gehört auch die Reederei Hamburg Süd, mit 4,4 Milliarden Euro Umsatz die größte Sparte im Konzern. Das Bankhaus Lampe kommt auf eine Bilanzsumme von gut 3,1 Milliarden Euro. Außerdem zählen etwa Deutschlands größter Bierbrauer, die Radeberger-Gruppe mit 40 Marken (Radeberger, Jever, Schöfferhofer und die Brau-Limonade Bionade), die Sektkellerei Henkell (unter anderem Metternich, Henkell und Wodka Gorbatschow) sowie einige Luxushotels und eine Chemiefabrik zum Konzern.

Quelle: FAZ.NET / dpa, dpa-AFX, Reuters
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