Dem weltgrößten Blutwäschekonzern Fresenius Medical Care (FMC) droht wegen unzureichender Informationen über Nebenwirkungen bei Dialyselösungen eine Sammelklage in den Vereinigten Staaten. Eine Gruppe von Patientenanwälten habe am 12. Dezember einen Prozessantrag gegen das Unternehmen gestellt, teilte die Tochter des Gesundheitskonzerns Fresenius am Donnerstag mit. Demnach sollen die in den Vereinigten Staaten anhängigen Produkthaftungsklagen gegen das amerikanische Tochterunternehmen Fresenius Medical Care Nordamerika bei den amerikanischen Justizbehörden in Boston, Massachussetts, zusammengeführt werden. Diese Klagen bezögen sich auf unzureichende Hinweise zu möglichen Nebenwirkungen auf den Etiketten der Dialyselösungen Naturalyte und Granuflo.
FMC-Chef Ben Lipps geht davon aus, dass diese Klagen unbegründet sind. „Naturalyte und Granuflo sind von der amerikanischen Gesundheitsbehörde seit vielen Jahren zugelassene, sichere und wirksame Dialyselösungen. Ich bin davon überzeugt, dass dem
Unternehmen medizinisch nichts vorzuwerfen ist und die erhobenen Vorwürfe jeder Grundlage entbehren“, erklärte er. FMC habe zudem am 7. Dezember eine sogenannte Subpoena (Vorlageverfügung) von den amerikanischen Justizbehörden in Massachussetts erhalten. Damit würden Geschäftsunterlagen für Produkte von FMC Nordamerika angefordert. Das Unternehmen wolle mit den amerikanischen Justizbehörden eng zusammenarbeiten.
Bereits im Sommer war FMC in den Fokus der amerikanischen Gesundheitsaufsicht FDA gerückt. Ein Aufseher der Behörde hatte der „New York Times“ gesagt, dass Unternehmen habe möglicherweise Informationen über Probleme beim Einsatz eines Dialysemittels zurückgehalten. Dem Zeitungsbericht zufolge sollen im vergangenen Jahr zahlreiche FMC-Patienten nach der Verabreichung des Mittels Granuflo einen Herzstillstand erlitten haben.
