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Autobauer : Renault bestätigt Razzia - Aktienkurs bricht ein

  • Aktualisiert am

Offenbar Betrugsvorwürfe gegen Renault - worum es geht, ist noch nicht bekannt. Bild: AFP

Französische Ermittler haben Büros des Autoherstellers Renault durchsucht. Der Börsenkurs bricht vorübergehend mehr als 20 Prozent ein, weil eine dramatische Vermutung die Runde macht. Mittlerweile entspannt sich die Lage etwas.

          Hat auch der französische Autohersteller Renault betrogen? Französische Ermittler haben Büros des Volkswagen-Konkurrenten durchsucht und Computer beschlagnahmt. Die Razzia erfolgte im Rahmen einer Überprüfung von Emissionstests.

          Der Autobauer hat die Durchsuchungen an drei Standorten mittlerweile bestätigt. Außerdem teilte er mit, dass eine von der Regierung in Reaktion auf den VW-Skandal eingesetzte Untersuchungs-Kommission bei Renault bisher keinerlei manipulierende Software entdeckt habe.

          Renault will voll kooperieren

          Diese nach der französischen Umweltministerin Ségolène Royal benannte „technische Kommission“, die nach Aussagen von Renault unabhängig ist, hat ihre Arbeit jedoch noch nicht beendet. Sie soll insgesamt 100 Fahrzeuge französischer Hersteller testen, darunter 25 von Renault.

          Bis Ende Dezember 2015 seien 11 Autos untersucht worden, darunter 4 von Renault. Dies habe zu einem „lebhaften und einträglichen Dialog“ zwischen den Ingenieuren von Renault und den Behörden geführt, teilte der Konzern mit. In jüngster Zeit hat sich bei anderen Tests gezeigt, dass bei einigen Renault-Modellen die angegebenen Abgas- und Verbrauchswerte teilweise stark von der Realität abwichen.

          Renault will nach eigenen Angaben mit den Ermittlern voll kooperieren. Das französische Unternehmen fügte auch hinzu, dass es sich schon lange stark für geringe Emissionen einsetzte. In den vergangenen drei Jahren sei der CO2-Ausstoß der gesamten Flotte um 10 Prozent gesunken.

          Bevor Renault selbst an die Öffentlichkeit gegangen ist, sagte ein Gewerkschaftsfunktionär am Unternehmens-Standort Lardy, dass die von den Durchsuchungen betroffenen Bereiche vermuten ließen, dass sie in Verbindung stünden mit Konsequenzen aus der VW-Abgasaffäre.

          Der Aktienkurs von Renault brach am Mittag vorübergehend um 23 Prozent ein nachdem die Nachricht bekannt geworden war. Zum Handelsschluss grenzten sich die Verluste auf gut zehn Prozent ein. Die Renault-Nachricht wirkte sich auch auf die Anteile der Wettbewerber aus. Peugeot fielen um bis zu zehn Prozent, die Kurse der deutschen Hersteller Daimler, BMW und Volkswagen um sechs Prozent und mehr. Auch in diesen Fällen wurden die Kursverluste wieder geringer. Vor allem Peugeot erholten sich stark und verloren am Ende nur 4,75 Prozent. Die Kurse der deutschen Autobauer fielen am Ende um drei bis vier Prozent.

          Ein Daimler-Sprecher sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, die in Mercedes-Modellen eingesetzten Diesel-Motoren von Renault enthielten keine Software zur Abgasmanipulation. „Wir haben keinen Anlass, von unseren bisherigen Aussagen abzurücken: Wir setzen keine Defeat Devices ein." Und weiter: „Renault hat uns versichert, dies ebenfalls nicht zu tun.“

          Die Titel von Fiat Chrysler wurden in Italien für rund eine halbe Stunde vom Handel ausgesetzt, nachdem sie um etwas mehr als 9 Prozent an Wert verloren hatten: Nach einem Bericht der Branchenzeitung „Automotive News“ haben zwei amerikanische Händler den Autobauer verklagt; sie werfen ihm demzufolge vor, ihnen Geld geboten zu haben, um Absatzzahlen zu schönen.

          Nach der Wiederaufnahme des Handels erholte sich auch der Fiat-Chrysler-Kurs etwas und schloss am Ende knapp acht  Prozent im Minus.

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