23.06.2009 · Bevor an diesem Mittwoch die Entscheidung über die 50 Millionen Euro Bürgschaft für das insolvente Versandhaus Quelle fällt, nimmt die Nervosität zu. Die Quelle-Druckerei drohte nach Spekulationen um eine Ablehnung durch den Bürgschaftsausschuss schon mit einem Produktionsstopp.
An diesem Mittwoch soll die Entscheidung über eine Bürgschaft für das insolvente Versandhaus Quelle fallen. Nach Spekulationen über eine mögliche Ablehnung durch den Bürgschaftsausschuss hat die Druckerei Prinovis vorsorglich schon am Dienstagabend angekündigt, den Druck der Quelle-Kataloge in Nürnberg zu stoppen, sollte nicht in diesen Tagen die rechtsverbindliche Zusage für die Übernahme der Produktionskosten erfolgen. Medien hatten zuvor berichtet, dass es kaum Chancen für die beantragte Bürgschaft über 50 Millionen Euro gebe.
Das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin sowie Finanz- und Wirtschaftsministerium in Bayern betonten jedoch, dass noch nichts entschieden sei. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte am vergangenen Donnerstag von einer Bürgschaft gesprochen und den Eindruck einer Zusage erweckt. Allerdings machte er – zuletzt am Wochenende – die Einschränkung, dass sich Bayern nach der Bund/Länder-Aufteilung beteiligen werde. Wenn der Bund ablehnt, beteiligt sich demnach auch der Freistaat nicht. Am Dienstagabend hieß es nun, alle zulässigen Unterstützungsmöglichkeiten würden geprüft. Sollte eine Bürgschaft scheitern, besteht etwa noch die Möglichkeit von Darlehenszusagen seitens der Länder.
Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte am Freitagabend einen „bedingten“ Druckauftrag für den neuen Quelle-Katalog gegeben, der für das Herbst- und Wintergeschäft des Versandhauses unverzichtbar ist. Daraufhin wurde die ohnehin schon aus finanziellen Gründen verzögerte Produktion mit einer Auflage von 9 Millionen Stück gestartet. Dem war eine Grundsatzeinigung auf einen Finanzierungsplan über 300 Millionen Euro für Quelle durch die Banken vorangegangen.
Diese Vereinbarung wiederum basierte auf Seehofers am Donnerstagabend mündlich gegebener Bürgschaftszusage. Allerdings hatte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) betont, dass der Bürgschaftsausschuss seine Entscheidung nach rein sachlichen Gründen und objektiven Vorgaben treffe, nicht nach politischen oder regionalen Kriterien. (Siehe auch: Quelle hofft auf Bayern und Banken)
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