12.03.2009 · Ende Februar hatte der größte amerikanische Hypothekenfinanzierer Fannie Mae mit einem riesigen Quartalsverlust geschockt. Jetzt zieht Freddie Mac nach: Weitere 23,9 Milliarden Dollar Verlust im vierten Quartal, meldet das Unternehmen. Nun braucht es noch mehr Staatshilfe.
Nach einem massiven Quartalsverlust benötigt der unter staatlicher Kontrolle stehende amerikanische Hypothekenfinanzierer Freddie Mac weitere 30,8 Milliarden Dollar (24 Milliarden Euro) aus dem Rettungspaket der amerikanischen Regierung. Im vierten Quartal sei der Fehlbetrag um fast das Zehnfache des Vorjahreszeitraums auf 23,9 Milliarden Dollar gestiegen, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. Bereits im November hatte Freddie Mac vom Staat 13,8 Milliarden Dollar erhalten, um einen 25,3 Milliarden-Dollar-Verlust im dritten Quartal auszugleichen.
Der zweitgrößte Anbieter von Krediten für die Immobilienbranche in den Vereinigten Staaten muss Einbußen von 7,2 Milliarden Dollar im Geschäft mit Darlehen sowie Abschreibungen von 7,5 Milliarden bei Wertpapieren und einen Verlust von 13,3 Milliarden Dollar im Derivategeschäft verkraften. Der Konzern kämpft damit, seine Verluste einzudämmen, seitdem die neue amerikanische Regierung ihn und den Rivalen Fannie Mae angewiesen hat, dem eingebrochenen Häusermarkt wieder auf die Sprünge zu helfen. Die Regierung von Präsident Barack Obama hatte den beiden Hypothekengiganten kürzlich zugesagt, ihre Kapitalzusagen auf jeweils 200 Milliarden Dollar zu verdoppeln.
Auch Fannie Mae mit riesigem Verlust
Das Schwesterunternehmen Fannie Mae, das zusammen mit Freddie Mac hinter etwa jedem zweiten Immobilienkredit in den Vereinigten Staaten steht, hatte im Februar einen Verlust von 25,2 Milliarden Dollar im vierten Quartal 2008 ausgewiesen und Staatshilfen in Höhe von 15,2 Milliarden Dollar beantragt (siehe dazu auch: 25,2 Milliarden Dollar Quartalsverlust: Fannie Mae erweist sich als Fass ohne Boden).
Die dramatische Schieflage der beiden Hypothekengiganten zeigt das ganze Ausmaß der Häuserkrise in den Vereinigten Staaten. Sie war der Auslöser der Turbulenzen an den Finanzmärkten und der inzwischen weltweiten Wirtschaftskrise. Um den völligen Kollaps des Hypothekenmarkts zu verhindern, hatte der Staat im vergangenen September das Steuer bei den zwei Banken übernommen.
Immer mehr Hausbesitzern droht die Zwangsversteigerung
Derweil ist die Zahl der von einer Zwangsversteigerung bedrohten Hausbesitzer in den Vereinigten Staaten im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 30 Prozent gestiegen. Das teilte das Unternehmen Realty Trac am Donnerstag in Washington mit, das in allen amerikanischen Bundesstaaten Informationen über Hypotheken sammelt. Fast 291.000 Hausbesitzer hätten im vergangenen Monat mindestens einen Mahnbescheid bekommen, das sei eine Zunahme gegenüber dem Januar um 6 Prozent.
Zu der Zunahme sei es trotz eines zeitweisen Stopps der Zwangsvollstreckungsprozeduren durch Fannie Mae und Freddie Mac sowie großer Banken wie JP Morgan Chase, Morgan Stanley, Citigroup und Bank of America gekommen. Sie hatten dies zum Start einer 75-Milliarden-Dollar-Finanzspritze der Regierung von Präsident Barack Obama zugesagt, die vergangene Woche in Gang gesetzt wurde. In einigen Staaten wie Florida und New York endeten diese zeitweiligen Stopps aber bereits wieder. Diese beiden Staaten sowie Idaho, Illinois und Oregon verzeichneten einen größeren Anstieg. Gepfändet wurden laut Realty Trac im Februar 74.000 Immobilien.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.374,48 | −1,41% |
| Dow Jones | 12.447,80 | −1,06% |
| EUR/USD | 1,2418 | −0,56% |
| Rohöl Brent Crude | 104,06 $ | −2,61% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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