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Quartalszahlen Apple schwimmt im Geld

24.01.2012 ·  Der Elektronikkonzern macht 13 Milliarden Dollar Gewinn und hat jetzt Barvorräte von fast 100 Milliarden Dollar. Sprunghaftes Wachstum bei iPhone und iPad haben das Geschäft beflügelt.

Von Roland Lindner, New York
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© AFP Erfolg ohne Ende: Auch nach der Ära Steve Jobs geht es Apple blendend

Der amerikanische Elektronikkonzern Apple hat mit seinem Quartalsbericht Maßstäbe gesetzt: Apple hat seinen Nettogewinn auf 13,1 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt – und ist damit in Dimensionen vorgestoßen, wie sie sonst nur von Energiekonzernen wie Exxon-Mobil und Gasprom erreicht werden. Der Apple-Gewinn übertrifft den gesamten Quartalsumsatz des Internetkonzerns Google. Zum Jahresende sind die Barvorräte von Apple auf fast 100 Milliarden Dollar angeschwollen. Angetrieben wurde das Geschäft im vergangenen Quartal vom internetfähigen Handy iPhone und dem Tabletcomputer iPad, deren Verkaufszahlen sich jeweils mehr als verdoppelt haben. Der Aktienkurs von Apple legte am Mittwoch im Handelsverlauf um 8 Prozent auf 453 Dollar zu. Damit hat Apple nun wieder den höchsten Börsenwert unter allen amerikanischen Unternehmen und liegt vor Exxon-Mobil.

Mit seinem weit über den Erwartungen liegenden Bericht hat Apple den Ausrutscher aus dem vorangegangenen Quartal wieder wettgemacht. Damals hatte Apple zum ersten Mal seit langem die Prognosen von Analysten verfehlt. Das Unternehmen begründete dies mit dem Modellwechsel seines iPhone zur Version 4S, der Verbraucher vom Kauf der Vorgängerversion abgehalten habe. Das iPhone 4S kam Mitte Oktober auf den Markt.

Apple-Zahlen geben Dax Auftrieb

Diese Erklärung hat Apple nun mit seinem Bericht für die vergangenen drei Monate untermauert, in dem das iPhone herausragte: Apple hat insgesamt 37 Millionen iPhones verkauft, der Umsatz mit den Geräten hat sich von 10,5 Milliarden auf 24,4 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Wie Vorstandschef Tim Cook in einer Telefonkonferenz sagte, haben die meisten Kunden das neue Modell gekauft. Daneben bietet Apple auch die älteren Versionen zu niedrigeren Preisen an.

Apple scheint mit dem iPhone auch wieder Boden gegenüber Handys mit dem Betriebssystem Android von Google gutzumachen, zumindest in den Vereinigten Staaten: Nach einer gerade veröffentlichten Studie des Marktforschungsinstituts Nielsen haben sich im Dezember 45 Prozent aller amerikanischen Smartphone-Käufer für ein iPhone entschieden und 47 Prozent für ein Android-Gerät. Im Oktober hatte das iPhone noch bei 25 Prozent gelegen und Android-Handys bei 62 Prozent. Handyhersteller wie Motorola Mobility oder HTC, die bei vielen ihrer Geräte auf die Android-Software setzen, enttäuschten zuletzt mit ihren Zahlen.

Deutlich zulegen konnte Apple auch beim iPad, dessen Umsatz sich von 4,6 Milliarden auf 9,2 Milliarden Dollar verdoppelte. Apple hat im vergangenen Quartal 15,4 Millionen iPads verkauft – das ist mehr als Hewlett-Packard (HP) nach Zahlen des Marktforschungsinstituts Gartner Personalcomputer absetzen konnte (14,7 Millionen). HP ist Weltmarktführer bei Personalcomputern. Tim Cook sagte, das iPad sorge für Kannibalisierungseffekte im PC-Markt. Nach seinen Worten hat die jüngste Offensive des Online-Händlers Amazon im Tabletmarkt keine Spuren im Geschäft mit dem iPad hinterlassen. Amazon hat im November den Kindle Fire auf den Markt gebracht, der kleiner ist als das iPad und deutlich billiger verkauft wird. Das Gerät gilt in der Branche als die erste ernsthafte Bedrohung für das iPad, nachdem viele andere Wettbewerber mit Tablets wenig Erfolg hatten. Cook sagte nun aber, nach dem Start des Kindle Fire habe er in den iPad-Absätzen keinen „offensichtlichen Effekt“ beobachtet.

Im Geschäft mit Macintosh-Computern baute Apple den Umsatz um 22 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar aus. Beim Musikspieler iPod rutschte der Umsatz um 26 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar ab. Das iPod-Geschäft schrumpft nun schon seit einiger Zeit. Da heute auch das iPhone und andere Smartphones eine Musikfunktion haben, kaufen viele Verbraucher keine separaten Musikspieler mehr.

Im Gesamtkonzern sprang der Umsatz um fast drei Viertel auf 46,3 Milliarden Dollar, Analysten hatten mit 38,9 Milliarden Dollar gerechnet. Das Ergebnis je Aktie von 13,87 Dollar lag ebenfalls weit über den Analystenschätzungen von 10,10 Dollar. Finanzvorstand Peter Oppenheimer sagte, Apple sei in „aktiven Gesprächen“ zum Einsatz des Liquiditätspolsters, das in den vergangenen drei Monaten von 81,6 Milliarden auf 97,6 Milliarden Dollar wuchs. Er kündigte keine konkreten Schritte an, nannte aber Akquisitionen, Dividenden und Aktienrückkäufe als Optionen.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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