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Qatar-Einstieg Sondersitzung bei Porsche

11.07.2009 ·  Am 23. Juli könnte der Einstieg des Emirats Qatar beim Porsche-VW-Konzern beschlossen werden. Für diesen Termin sind die zwölf Mitglieder des Aufsichtsrats der Porsche Holding zu einer außerordentlichen Sitzung in Stuttgart eingeladen.

Von Susanne Preuß, Stuttgart
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Die Entscheidung über den Einstieg des Emirats Qatar beim Porsche-VW-Konzern fällt voraussichtlich am 23. Juli. Für diesen Termin sind die zwölf Mitglieder des Aufsichtsrats der Porsche Holding SE zu einer außerordentlichen Sitzung in Stuttgart eingeladen. Der Porsche-Vorstand habe diese Sitzung beantragt, der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Porsche habe dazu eingeladen, bestätigte ein Sprecher der Holding.

Details zu den Tagesordnungspunkten dürfe er nicht nennen, sagte der Sprecher. Er betonte aber, es sei nach wie vor das Ziel, einen integrierten Autokonzern zu schmieden. Eine Kampfabstimmung darüber wird es nicht geben. Der Konsortialvertrag der Eigentümer legt fest, dass im Aufsichtsrat alle Mitglieder der Familien Porsche und Piëch ein einstimmiges Votum abgeben. Welches dies ist, legt zuvor der Familienrat fest. Sollten die Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat (zwei von Porsche, zwei von VW und zwei Gewerkschaftsvertreter) sich ihrerseits nicht einig sein, ist dies für die Entscheidung des Aufsichtsrats dann letztlich nicht relevant.

Weichenstellung ist aus der Tagesordnung nicht ersichtlich

Grundlage für den Vorstoß des Porsche-Vorstands war offenbar die Tatsache, dass ein entscheidungsreifes Angebot von QIA, dem Staatsfonds von Qatar, vorliegt. Es umfasst sowohl den Einstieg von Qatar bei der Porsche Holding SE über eine Kapitalerhöhung wie auch die Übernahme von Optionen an VW-Aktien aus dem Besitz von Porsche. Dieser Tagesordnungspunkt sei als Entscheidungspunkt gekennzeichnet, ist aus Kreisen des Aufsichtsrats zu hören. Würde er positiv entschieden, wäre Porsche damit seine finanziellen Sorgen weitgehend los: die Kapitalerhöhung und der Verkauf der VW-Optionen, die Qatar den Weg zu einer Sperrminorität bei VW ebneten, könnten zusammen einen Betrag von 5 Milliarden Euro einbringen, wird spekuliert. Laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa aus Bankenkreisen bietet Qatar der Porsche SE insgesamt sogar rund sieben Milliarden Euro für den Kauf von Stammaktien und Optionen.

Eine eindeutige Weichenstellung ist aus der Tagesordnung dennoch nicht ersichtlich - denn es soll auch über die von VW vorgeschlagene Alternative diskutiert werden. Nach Vorstellung der Wolfsburger könnte VW knapp 49 Prozent der Porsche AG, also des operativen Geschäfts der Porsche Holding, übernehmen. Über diesen offenbar von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch vorangetriebenen Vorstoß hatte es in Kreisen der Porsche-Familienmitglieder vor allem deshalb Empörung gegeben, weil der dafür genannte Preis von 3 bis 4 Milliarden Euro weit unter dem in einem Gutachten ermittelten Wert für das Sportwagengeschäft liegt.

Wann der Familienrat der Porsches und Piëchs tagt, ist nicht bekannt

Von Porsche wurde der Weg auch als „nicht gangbar“ bezeichnet, weil mit dem Verkauf der AG sofort die an die Porsche Holding ausgereichten Kredite von 10,75 Milliarden Euro fällig gestellt würden. Dieses Argument wird in Wolfsburg wiederum als nicht stichhaltig angesehen mit der Begründung, Porsche habe dann ja flüssige Mittel und wäre in der Lage, die Kredite neu zu verhandeln.

Wann der Familienrat der Porsches und Piëchs tagt, ist nicht bekannt. Indizien über die Entscheidung der Familien dürfte aber eine Veranstaltung in der nächsten Woche liefern: Dann findet die Feier zum 100-jährigen Bestehen von Audi in Ingolstadt statt, zu der sogar Bundeskanzlerin Merkel anreisen soll. Wer von den Familien Porsche und Piëch anwesend sein wird, ist noch unklar - aber jede ihrer Bewegungen und Begegnungen wird Anlass für Spekulationen bieten, falls bis dahin der eingeschlagene Weg noch nicht öffentlich bekannt ist.

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Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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