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Puma-Übernahme Vom Holzhändler zum Luxuskonzern

10.04.2007 ·  Der französische Luxusgüterkonzern PPR will den deutschen Sportartikelhersteller Puma übernehmen. Daher interessiert sich die Wirtschaftspresse jetzt verstärkt für PPR-Chef François-Henri Pinault, der bislang vor allem durch seine Liaison mit der Schauspielerin Salma Hayek für Schlagzeilen sorgte. Ein Kurzportrait.

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Ob professionell oder privat - François-Henri Pinault geht am liebsten geräuschlos vor, und natürlich erfolgreich. Mit dem Einstieg bei dem fränkischen Sportartikelherstellers Puma hat der 44-jährige Chef des französischen Luxusgüterkonzerns PPR jetzt auf dem beruflichen Feld einen ersten großen Coup gelandet. Er tritt als „Firmenaufkäufer“ endgültig in die Fußstapfen des übermächtigen Vaters François Pinault, auch wenn dieser immer noch gern an manchen Fäden zieht. Es ist so auch eine Emanzipation. Und im Privaten? Auch da verging einige Zeit, bis bekannt wurde, dass der Geschäftsmann und die schöne mexikanische Schauspielerin Salma Hayek „ihr erstes Kind erwarten“. Erst mit der Verlobung machten beide dies im März bekannt.

Doch vor der Hochzeit mit der „Frida“-Darstellerin steht die Ehe von PPR und Puma auf dem Programm. So attraktiv wie Salma Hayek im Privaten ist Puma für den Bretonen auf dem Business-Feld. Es ist ganz natürlich, dass sich der Chef von Gucci und Yves Saint Laurent für eine Marke erwärmt, die idealerweise Mode und Sport verbindet, dabei über ein Ladennetz verfügt und Milliarden-Umsatz mit steigender Tendenz macht. „Auch mit einer Manövriermasse von 5,7 Milliarden Euro verwechselt der Patron nun aber doch nicht Investition und Mäzenatentum“, sieht die Pariser „Les Echos“ ein reines Geschäftsdenken des 44-Jährigen, der seinen Aufstieg im Unternehmen des Vaters vor zwei Jahrzehnten als Holzhändler begann. Während der Handel bei PPR nicht so gut läuft wie der Luxus (20 Prozent der Verkäufe, 40 Prozent der Gewinne), ist Puma für PPR ein „Bindeglied“ für die verschiedenen Geschäftsfelder.

Aus dem Schatten des Vaters

Mit dem „Krieg um Gucci“ hatte es der Vater dem Absolventen der renommierten Pariser Wirtschaftshochschule HEC (Écoles des Hautes Études Commerciales) vor Jahren vorgemacht, was der Sohn diesmal gar nicht anwenden musste: wie man sich gegen Widerstand ein Unternehmen einverleibt. Zweieinhalb Jahre lang kämpfte der Milliardär François Pinault dafür im Reich des Luxus und der Mode mit LVMH. 1999 hatte der Erfolgsunternehmer aus einem kleinen bretonischen Dorf bereits das Modehaus Saint Laurent gekauft. Und beides hat sich ausgezahlt.

Jetzt ist der Sohn an der Reihe, der vor zwei Jahren die Nachfolge als PPR-Konzernchef antrat und auch die Artemis-Finanzholding leitet. Er muss nun die freundlichen Übernahmen über die Bühne bekommen, die Liaison mit dem Sportartikelhersteller und dann die Verehelichung mit Mexikos wohl schönstem Hollywood-Export. Beides dürfte gleichermaßen den 70-jährigen Vater freuen. Dem Konzern geht es gut, dem Sohn auch.

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