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Proteste gegen Stuttgart 21 Bahnchef Grube will Tunnelbau nicht verschieben

21.08.2010 ·  Stuttgart 21 kommt - ungeachtet der vielen Proteste gegen das umstrittene Bahntunnel-Projekt. Das sagt Bahnchef Grube der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Doch der Widerstand lässt ihn nicht kalt.

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Die Proteste gegen den umstrittene Bahntunnelbau Stuttgart 21 nehmen zu, aber Bahnchef Rüdiger Grube bleibt dabei: Das Projekt soll unverändert fortgesetzt werden. „Ich bin davon überzeugt, dass es richtig ist, Stuttgart 21 zu verwirklichen“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die Bahn brauche dieses Projekt. „Und wir werden das jetzt auch machen, so wie wir es immer gesagt haben.“

Seitdem die ersten Bagger für den Bau am Stuttgarter Hauptbahnhof vorgefahren sind, nimmt der Widerstand nicht ab. Im Gegenteil: In absichtsvoller Anlehnung an die Leipziger Freiheitsmärsche zum Ende der DDR nennen die Neubaugegner ihre Kundgebungen „Montagsdemonstrationen“. Am vergangenen Wochenende demonstrierten 20.000 Gegner mit einer Menschenkette gegen den Abriss des Hauptbahnhof-Nordflügels. Es war bislang die größte Demonstration gegen das 7 Milliarden Euro teure Projekt - den Bau eines unterirdischen Bahnhofs in Stuttgart sowie den Ausbau der ICE-Strecke von Stuttgart über Ulm nach München. Die Gegner, politisch angeführt von den Grünen, fordern einen Baustopp. Die Idee für „Stuttgart 21“ stammt aus dem Jahr 1994. Der Finanzierungsvertrag datiert von April 2009. Gebaut wird seit vergangenen Februar. Die Neubaugegner haben angekündigt, ihren Protest zu verstärken, wenn die Außenmauern des Seitenflügels abgerissen werden (siehe Proteste in Stuttgart: Die schwäbische Variante der Montagsdemo ).

„Überall auf der Welt erlebt die Eisenbahn derzeit eine Renaissance“

„Natürlich lassen mich die Proteste nicht kalt“, sagte Bahnchef Grube. „Es macht keinen Spaß, die Baufahrzeuge unter Polizeischutz auf die Baustelle zu bringen, zumal das Projekt aus rechtsstaatlicher und demokratischer Sicht einwandfrei zustande gekommen ist.“

Er sagte weiter: „Überall auf der Welt erlebt die Eisenbahn derzeit eine Renaissance.“ In Deutschland werde sie allein schon durch die demographische Entwicklung ihren Marktanteil von heute zehn Prozent steigern. „Die Bahn wird schon allein durch ihre Umweltfreundlichkeit das Verkehrsmittel der Zukunft. Dafür brauchen wir schnelle und direkte Verbindungen, möglichst ohne Umsteigen.“

Zu Alternativrouten für die geplante Bahnstrecke, wie Kritiker sie unter dem Schlagwort „K21“ vorschlagen, meinte Grube: „Keine der vorgeschlagenen Alternativrouten löst die Aufgabe, den Stuttgarter Hauptbahnhof und den Flughafen mit einer leistungsfähigen Strecke ans internationale Hochgeschwindigkeitsnetz anzubinden.“ Die Bahn habe immerhin mehr als 10.000 Bürgeranträge geprüft und erörtert und rund 60 Alternativrouten untersucht. „K21 ist für mich immer noch ein Phantom.“

Rüdiger Grube gehört zu den mehr als 40 Managern der deutschen Wirtschaft, den den „energiepolitischen Appell“ unterschrieben haben, der gerade für Aufsehen sorgt: Deutschland dürfe weder auf Kohle- noch auf Kernenergie verzichten, schreiben sie darin (siehe Energiepolitischer Appell: 40 Manager greifen Röttgens Politik an).

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