15.05.2007 · Die Produktion des zweisitzigen Sportwagens Z4 soll von Amerika nach Regensburg verlagert werden. In Amerika will BMW künftig das Nachfolgemodell des geländegängigen Fahrzeugs X3 selbst bauen. Bislang stellt der Zulieferer Magna den X3 in seinem österreichischen Werk in Graz her.
Von Joachim HerrDer Münchner Auto- und Motorradhersteller BMW wird das Nachfolgemodell des geländegängigen Fahrzeugs X3 künftig selbst herstellen. Außerdem wird die Produktion des zweisitzigen Sportwagens Z4 vom amerikanischen Werk Spartanburg nach Regensburg verlagert, wie die FAZ erfahren hat. Den Anfang 2004 auf den Markt gebrachten X3 (Sports Activity Vehicle/SAV) stellt bisher der kanadische Autozulieferer Magna in seinem österreichischen Werk in Graz her. Künftiger Fertigungsort wird Spartanburg im Bundesstaat South Carolina sein. Zu erwarten ist der Modellwechsel Ende 2010 oder Anfang 2011. Mit der Produktion in Spartanburg, wo BMW bisher außer dem Z4 das größere SAV X5 herstellt, verringert der Konzern die Abhängigkeit von den Schwankungen des Dollar-Kurses. Die Schwäche der amerikanischen Währung belastet BMW erheblich – ebenso wie der niedrige Kurs des japanischen Yen. Der Ausbau der Kapazität in Spartanburg von 140.000 auf deutlich mehr als 200.000 Fahrzeuge im Jahr sei ein Baustein der Strategie, um die Belastungen einzudämmen, sagte Vorstandsvorsitzender Norbert Reithofer am Dienstag auf der Hauptversammlung. „Auf diese Weise vermindern wir unsere Währungsrisiken.“
Die Vereinigten Staaten sind für BMW die wichtigste Absatzregion mit mehr als 330.000 Autos im vergangenen Jahr von insgesamt 1,37 Millionen. „Wir verkaufen dort deutlich mehr Fahrzeuge, als wir lokal produzieren“, fügte der Konzernchef hinzu. Spartanburg ist künftig das Werk für die Geländefahrzeugreihe, die Ende 2008 um das größte Modell, den X6, erweitert werden soll. Im vergangenen Jahr setzte BMW 114.000 X3 und rund 75.000 X5 ab. Die Zahl für den X5 war vor der Markteinführung des Nachfolgemodells von zuvor mehr als 100.000 im Jahr deutlich gesunken. Die Vereinigten Staaten waren auch 2006 mit mehr als 31.000 X3 und knapp 27.000 X5 der größte Markt, trotz des Rückgangs der Nachfrage in Amerika nach Autos mit hohem Kraftstoffverbrauch aufgrund der gestiegenen Benzinpreise. Vom Z4 hat BMW im vergangenen Jahr insgesamt knapp 31.000 Stück verkauft, davon mehr als 12.000 in den Vereinigten Staaten.
BMW ist mit Magna zufrieden
Mit dem Partner Magna sei BMW zufrieden, heißt es im Unternehmen. Möglich sei, dass der Zulieferer künftig neue Nischenmodelle für den Münchner Konzern fertige. Bis Sommer solle eine Entscheidung fallen. Spekuliert wird in der Branche über einen geländetauglichen Mini Colorado, den Magna für BMW produzieren könnte. Der X3 ist bisher das einzige Modell, das die Münchner von einem Zulieferer herstellen lassen.
Reithofer hatte nach Informationen dieser Zeitung schon vor seiner Berufung zum Vorstandschef auf der Arbeitnehmerseite im BMW-Aufsichtsrat mit der Zusage für sich geworben, die Produktion des X3 von Magna in den Konzern zu holen. Er trat im September 2006 die Nachfolge von Helmut Panke an. Die IG Metall hatte sich aber erhofft, dass der X3 künftig in einem deutschen Werk hergestellt wird. Ein Sprecher von BMW widersprach Vermutungen in diesem Zusammenhang, die Fabrik in Leipzig sei nicht genügend ausgelastet. In Sachsen produziert BMW Modelle der Einser- und Dreier-Reihe.
Niedrige Ausschüttungsquote bemängelt
Auf der Hauptversammlung in der Münchner Olympiahalle, zu der rund 4600 Aktionäre gekommen waren, gab es Lob für den Vorstand, aber wie im vergangenen Jahr Kritik an der Dividendenhöhe. Klaus Schneider, Vorstandsvorsitzender der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, bemängelte die im Vergleich mit anderen Unternehmen im Deutschen Aktienindex nur unterdurchschnittliche Ausschüttungsquote von 16 Prozent. Das sei die niedrigste seit fünf Jahren. BMW weist darauf hin, dass sich einschließlich des Aktienrückkaufprogramms 24 Prozent ergeben. Auf Reithofers Versprechen, „BMW ist ein Unternehmen, das in allen Bereichen die Effizienz steigert“, konterte Schneider mit der Replik: „Die Effizienz ließe sich und muss sich auch für die Aktionäre steigern lassen.“ Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) stimmte gegen den Dividendenvorschlag, um ein Zeichen zu setzen, wie die DSW-Sprecherin Daniela Bergdolt sagte.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.319,85 | −3,26% |
| Dow Jones | 12.118,60 | −2,22% |
| EUR/USD | 1,2433 | +0,58% |
| Rohöl Brent Crude | 98,82 $ | −2,76% |
| Gold | 1.606,00 $ | +3,08% |
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