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Produktions- und Verkaufsstopp Gaspedal bremst Toyota aus

28.01.2010 ·  Toyota sieht sich wegen Sicherheitsbedenken in Amerika zu einem drastischen Schritt gezwungen: Mit sofortiger Wirkung wird der Verkauf von acht seiner populärsten Modelle einzustellen. Auch in Europa werden Autos zurückgerufen.

Von Roland Lindner, New York
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Der japanische Autohersteller Toyota sieht sich wegen Sicherheitsbedenken in Amerika zu einem drastischen Schritt gezwungen: Das Unternehmen kündigte an, mit sofortiger Wirkung den Verkauf von acht seiner populärsten Modelle in amerikanischen Autohäusern einzustellen. Toyota will außerdem die Produktion dieser Autos in seinen fünf amerikanischen Werken aussetzen. Der Schritt hat mit Sorgen um defekte Gaspedale zu tun, die zu einer unbeabsichtigten Beschleunigung von Autos führen können.

Der radikale Produktions- und Verkaufsstopp wird das Geschäft bei den Autohändlern weitgehend zum Erliegen bringen: Die vorerst nicht mehr verkauften Modelle standen im vergangenen Jahr für 57 Prozent des Absatzes von Toyota auf dem amerikanischen Markt. Unter den betroffenen Fahrzeugen sind zum Beispiel die Personenwagen Camry und Corolla, zwei der erfolgreichsten Modelle des Herstellers in Amerika. Toyota wollte zunächst keine Angaben dazu machen, wie lange der Verkaufsstopp andauern könnte.

Mit dem Schritt wächst sich die Affäre um fehlerhafte Gaspedale für Toyota zu einem immer größeren Problem aus. Im Herbst hatte Toyota bereits mehrere Millionen Autos in Amerika zurückgerufen (Toyota und die rutschenden Fußmatten). Mit dem Rückruf reagierte Toyota unter anderem auf einen tödlichen Unfall mit einem Modell der Oberklassemarke Lexus in Kalifornien, bei dem der Fahrer die Kontrolle über das Auto verlor. Toyota vermutete zunächst, dass eine nicht sicher befestigte Fußmatte das Gaspedal verklemmte und zu einer nicht beabsichtigten Beschleunigung des Fahrzeugs führte. Toyota rief Besitzer bestimmter Fahrzeugmodelle zunächst auf, Fußmatten aus dem Auto zu entfernen.

In der vergangenen Woche kündigte Toyota allerdings einen weiteren Rückruf von mehreren Millionen Autos an. Dabei gab das Unternehmen zu, dass es auch unabhängig von Fußmatten mechanische Probleme mit den Gaspedalen geben könnte. In seltenen Fällen sei es möglich, dass niedergedrückte Gaspedale nicht oder nur langsam in die Ausgangsposition zurückkehren.

Die Affäre weitet sich nun auch auf Europa aus. Zurzeit werde geprüft, wie viele Autos davon betroffen seien, sagte Europa-Chef Colin
Hensley am Donnerstag in Brüssel. Eine Sprecherin der deutschen Toyota-Niederlassung wollte am Mittwoch nicht ausschließen, dass es zu Rückrufen oder Verkaufsstopps kommen wird. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" überlegt Toyota, zwei Millionen Autos in Europa zurückzurufen.

Die Sicherheitssorgen sind ein herber Rückschlag für Toyota. Auf dem amerikanischen Markt hatte sich das Unternehmen einen Ruf für hervorragende Qualität erworben, insbesondere im Vergleich zur einheimischen Konkurrenz. Die Affäre trifft Toyota zudem in einer schwierigen Zeit. Das Unternehmen musste im vergangenen Geschäftsjahr erstmals in seiner Geschichte einen Verlust ausweisen. Der Aktienkurs von Toyota verlor an der Börse in Tokio am Mittwoch mehr als 4 Prozent an Wert.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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