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Produkt des Pop Eine Glitzerverpackung der Marke Gaga

In nur einem Jahr hat sich die Newcomerin Stefani Germanotta zur Popikone „Lady Gaga“ stilisiert und rund 62 Millionen Dollar verdient. Und das, indem sie nur ein einziges Produkt vermarktete: sich selbst.

© dpa Vergrößern Scharfkantig-glitzernde Disco-Queen: Lady Gaga ist nicht nur ein Phänomen, sie ist ein Produkt

Lady Gaga war vieles: Eine mit Kunststoffseifenblasen kostümierte Klavierspielerin an einem mit Kunststoffseifenblasen dekorierten Klavier. Eine ein scharfkantiges Spiegelglaskleid tragende Disco-Queen. Als sie die amtierende englische Königin Elisabeth traf, kam sie in einem knallroten Lackkleid. Lady Gaga ist vieles: gebürtige Amerikanerin. Gebürtige Brünette. Die wohl widersprüchlich debattierteste Popsängerin der Gegenwart. Eine Popsängerin, die in diesem Jahr zum ersten Mal in die Liste der einflussreichsten Prominenten des amerikanischen Magazins „Forbes“ gelangte, auf Platz vier, vor Berühmtheiten wie Popikone Madonna. Und schließlich ist Lady Gaga eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen der Gegenwart. Sie vermarktet ein einziges Produkt: sich selbst.

Sie verwendet Strategien der erfolgreichsten Unternehmen auf der ganzen Welt. Was sie mit vielen wirtschaftlich erfolgreichen Projekten ebenfalls teilt, ist, dass auch sie klein begann - in Yonkers im amerikanischen Bundesstaat New York. Dort wurde Stefani Joanne Angelina Germanotta am 28. März 1986 geboren. Stefani Germanottas Eltern waren vergleichsweise wohlhabend, schickten ihre Tochter im Alter von vier Jahren zum Klavierunterricht, zogen nach Manhattan in eine Straße in der Upper West Side, die zu den wohlhabenden Gegenden zählt. In die Convent of the Sacred Heart High School ging sie, eine katholische Mädchenprivatschule. Sie mochte Musik schon zu Schulzeiten. Im Alter von acht Jahren soll sie zum ersten Mal den Wunsch ausgesprochen haben, einmal ein Popstar zu werden.

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Eine schrille, provozierende, ständig wechselnde Hülle

Später hat sie ihr Musikstudium nach nur einem Jahr hingeschmissen und sich vorübergehend sogar mit ihren Eltern überworfen. Daraufhin ist sie, schreiben die Musikjournalisten Michael Fuchs-Gamböck und Thorsten Schatz in ihrem Buch „Lady Gaga“, in Musikclubs in New Yorks Lower East Side aufgetreten, um genug Geld zum Leben zu verdienen. Einen solchen Auftritt hörte ein amerikanischer Musikproduzent namens Rob Fusari. Er erfand gemeinsam mit Stefani Germanotta ihren Künstlernamen Lady Gaga - angeblich angelehnt an den Hit „Radio Gaga“ der britischen Erfolgsgruppe Queen, für die Germanotta eigenem Bekunden nach schwärmt. Fusari war es auch, der die Künstlerin mit der amerikanischen Plattenfirma Interscope zusammenbrachte, die sie 2007 zunächst als Liederschreiberin und Komponistin engagierte - getextet haben soll Germanotta dabei auch für Popsternchen Britney Spears und die Gruppe Pussycat Dolls.

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© reuters Vergrößern Lady Gaga räumt bei Brit Awards ab

Parallel dazu schrieb und arbeitete sie am eigenen ersten Album, dem Produkt, mit dem sie den Stars im Popgeschäft Konkurrenz machen wollte. Sie komponierte klassische Popmusik zu klassischen Popmusikthemen. Entscheidend für ihren späteren Erfolg war, dass sie sich zugleich ausdachte, in welcher Verpackung sie der Öffentlichkeit ihre Musik präsentieren wollte: Nicht mehr in hüftlangen braunen Haaren, ungeschminkt, beinahe mädchenhaft. Heraus kam die schrille, provozierende, ständig wechselnde äußere Hülle inklusive der wasserstoffblonden Haare, die heute ihr Markenzeichen sind.

Das Erstlingswerk der Marke kletterte gleich nach ganz oben

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