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Probleme mit A380 und Dreamliner Neue Verzögerungen bei Airbus und Boeing

04.05.2008 ·  Große Flugzeuge bringen große Probleme mit sich. Das bekamen Airbus und Boeing mit ihren neuen Top-Modellen A380 und B787 schon schmerzhaft zu spüren. Jetzt haben die beiden Luftfahrtfirmen offenbar schon wieder Schwierigkeiten, ihre Liefertermine einzuhalten. Boeing dementierte jedoch sofort.

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Die Konkurrenten Boeing und Airbus haben offenbar erneut Probleme bei der Fertigung ihrer Super-Flugzeuge B787 und A380. Beide Flugzeugbauer hätten ihre Kunden in Briefen auf mögliche erneute Verzögerungen bei der Auslieferung hingewiesen, heißt es in Medienberichten.

Airbus erklärte dazu, dass die Produktion des A380 derzeit in den industriellen Prozess übergehe. Dabei sei es üblich, das Programm zu überprüfen. „Unser Ziel ist, alle Flieger pünktlich beim Kunden zu haben“, sagte Firmensprecher Stefan Schaffrath. Ob es tatsächlich einen Brief an Kunden zu Verspätungen gab, konnte er nicht sagen. Ursache für die Verzögerungen beim A380 sind Kabelprobleme. Die bereits verspätete Auslieferung stürzte den europäischen Flugzeugbauer in eine tiefe Krise.

Der Airbus-Konkurrent Boeing wies einen Zeitungsbericht zurück, wonach er Kunden eine
weitere Lieferverzögerung bei seinem Großflugzeug 787 angekündigt habe. „Seit unserer Erklärung im April hat es keine Änderungen gegeben“, sagte eine Sprecherin des amerikanischen Konzerns am Samstag in Seattle auf Anfrage. Sie fügte hinzu, im Durchschnitt würden sich die Auslieferungen wohl um etwa 20 Monate gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan verzögern. Boeing hatte zuletzt Anfang April erklärt, Erstflug und Auslieferungen zum dritten Mal verschieben zu müssen.

Verspätung von mehr als zwei Jahren

Die Tageszeitung „Die Welt“ (Samstagausgabe) berichtet von Problemen mit der Serienfertigung des Langstreckenjets B787 Dreamliner. Etliche Fluggesellschaften seien darüber informiert worden, dass sie ihre bestellten Dreamliner erst mit einer Verspätung von mehr als zwei Jahren erhalten würden. Betroffen seien Airlines, die Maschinen ab 2012 ausgeliefert bekommen sollten. Konkret nennt der amerikanische Hersteller in einem der Zeitung bekannten Schreiben eine „Verzögerung der Auslieferungszeit von 27 Monaten“, hieß es.

Die ersten Dreamliner sollten ursprünglich im Mai an den Erstkunden All Nippon Airlines ausgeliefert werden. Im Oktober vergangenen Jahres hatte Boeing gravierende technische und logistische Probleme beim Bau der für bis zu 300 Passagiere ausgelegten B787 eingeräumt. Anfang April wurde dann das dritte Quartal 2009 als Beginn für die Auslieferungen genannt. „Die erste Auslieferung soll nun zwar im nächsten Jahr pünktlich kommen, aber die Serienfertigung wird wohl deutlich langsamer erfolgen als bislang geplant“, schreibt das Blatt. Der Dreamliner ist mit mehr als 900 Bestellungen das bisher erfolgreichste Flugzeug des Konzerns.

Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe

Boeing drohen wegen der Verzögerungen Schadensersatzforderungen der Kunden in Milliardenhöhe. Der Hersteller betont bislang, für Aussagen dazu sei es noch zu früh. Allerdings plant Boeing die ersten 25 Maschinen im Jahr 2009 ohne Gewinnmarge ein, um auf etwaige Forderungen vorbereitet zu sein.

Boeing-Finanzchef James Bell soll am Donnerstag in Amerika auf einer Investorenkonferenz sprechen. Wie derzeit bei fast allen öffentlichen Auftritten der Konzernspitze werden dabei auch erneut Fragen zum Dreamliner erwartet.

Die „Wirtschaftswoche“ berichtet, Airbus müsse den Zeitplan für Bau und Auslieferung des Großraumjets wahrscheinlich erneut ändern. Konzernchef Thomas Enders habe eine grundlegende Überprüfung des Programms angeordnet und den Einsatz der Mitarbeiter optimiert. Nach dem zuletzt im Oktober 2006 revidierten Plan sollen in diesem Jahr 13 A380 ausliefert werde. Diese Zahl werde wohl „nahezu“ erreicht, sagte ein Insider der Zeitung.

Doch die für 2009 geplante Auslieferung von 25 Maschinen sei wohl nicht zu schaffen. Da jede Fluggesellschaft eine eigene, höchst variantenreiche Innenausstattung wähle, sei die Fertigung sehr aufwendig. So heißt es im Flugblatt einer französischen Gewerkschaft, die für die australische Fluglinie Qantas bestimmte Maschine mit der Nummer 26, die Ende 2008 ausgeliefert werden sollte, liege derzeit etwa drei Monate hinter dem Zeitplan.

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Von Werner Mussler, Brüssel

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