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Private Equity Blackstone geht an die Börse

23.03.2007 ·  Seit Tagen spekulierten die Medien, jetzt ist es offiziell: Die Beteiligungsgesellschaft hat einen Erstemissionseintrag eingereicht. Mit der Notierung an der New Yorker Börse will Blackstone rund vier Milliarden hereinholen.

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Die US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone Group will an die Börse gehen und dabei etwa vier Milliarden Dollar einnehmen. In einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC erklärte Blackstone am Donnerstag, bei der Neuemission sollten Anteile an mehreren Sparten des Unternehmens verkauft werden.

Ziel sei es, neue Geldquellen zu erschließen und flexibler zu werden. Der Ansatz der Geschäftsführung, „die richtigen Unternehmen zum richtigen Zeitpunkt und zum richtigen Preis zu kaufen und zu verkaufen“, soll weiterverfolgt werden. Außerdem soll der Name des Unternehmens durch die Börsennotierung bekannter werden, und die Manager können von dem gestiegenen Wert ihrer Aktien profitieren.

Die Kontrolle über das Unternehmen will die Blackstone-Führungsetage indes nicht abgeben. Die Aktionäre sollten nur begrenzte Stimmrechte erhalten und dürften auch die Partner und Verwaltungsratsmitglieder der Gesellschaft nicht wählen, betonte das Unternehmen.

„Die Macht wird steigen“

Bei seinen Plänen stehen Blackstone die Banken Citigroup und Morgan Stanley zur Seite. Die Aktien des Unternehmens sollen der New York Stock Exchange gelistet werden.

Allerdings ließ Blackstone zunächst offen, wie viele Beteiligungen es verkaufen will oder wo der Preis dafür liegen könnte. Zu den Beteiligungen des Unternehmens gehört auch ein Anteil an der Deutschen Telekom. Bereits seit einigen Tagen wird über den Börsengang der Beteiligungsgesellschaft spekuliert.

Am Markt war mehr als eine Woche lang über einen möglichen Börsengang des Unternehmens spekuliert worden. „Das wird ein großer Börsengang, die Aktie wird überzeichnet, und die Macht von Blackstone wird steigen“, sagte der Branchenexperte von Celent LLC, Denise Valentine. Blackstone hat gegenwärtig 78,7 Milliarden Dollar
Vermögenswerte unter Verwaltung. Im Jahr 2006 hatte das Unternehmen eigenen Angaben zufolge 2,3 Milliarden Dollar verdient - eine Milliarde mehr als im Vorjahr.

Zwei Milliarden Gewinn

Private-Equity-Häuser sammeln Kapital bei Investoren wie Pensionskassen oder Versicherern ein, kaufen damit Firmen und stoßen sie später wieder ab - meist mit Gewinn. Renditen von 30 Prozent und mehr pro Jahr sind dabei keine Seltenheit.

Auch bei Blackstone sind die Geschäfte im vergangenen Jahr gut gelaufen. Der Nettogewinn sprang im Vergleich zum Vorjahr um 70 Prozent auf 2,27 Milliarden Dollar, wie es in der Mitteilung an die Börsenaufsicht hieß. Die Nettoeinnahmen aus dem Investmentgeschäft verbesserten sich auf 7,59 Milliarden Dollar von 5,14 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Das traditionsreiche Private-Equity-Haus steckt sein Geld unter anderem in Firmen, Immobilien und notleidende Kredite. Das Unternehmen hatte kürzlich - einschließlich Schuldenübernahme - 39 Milliarden Dollar für die größte amerikanische Büroimmobilienfirma Equity Office Properties gezahlt.

In Deutschland hatte Blackstone den Chemiekonzern Celanese von der Börse genommen und im Jahr 2005 die Notierung der Aktie in New York eingeleitet.

Zweite Geldquelle

Bislang gibt es nur wenige Börsengänge von Finanzinvestoren oder ihren Fonds. So sammelte etwa Konkurrent Kohlberg Kravis Roberts (KKR) für einen Fonds im vergangenen Jahr fünf Milliarden Dollar an der Euronext ein.

In der Börsennotierung besteht für die Unternehmen eine Alternative zu dem oft langwierigen und aufwändigen Gang zu institutionellen Investoren, dem so genannten Fund-Raising der Fonds.

Sollten die institutionellen Anleger den Beteiligungsgesellschaften zudem nach Jahren des Booms den Rücken kehren, bliebe damit womöglich immer noch eine zweite Geldquelle.

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