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Privatbankiers im Gespräch „Die IKB hat ein gesundes Kerngeschäft“

13.02.2008 ·  Heute berät der Verwaltungsrat der IKB über eine Rettung für die angeschlagene Bank. Die Privatbank Sal. Oppenheim ist mit 5 Prozent an der IKB beteiligt - und würde an einer Kapitalerhöhung mitwirken. Die F.A.Z. sprach mit den Privatbankiers Matthias Graf von Krockow und Friedrich Carl Janssen.

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Europas größte Privatbank Sal. Oppenheim ist mit 5 Prozent an der angeschlagenen IKB beteiligt. Der neuerliche Kapitalbedarf der in der Existenz bedrohten Mittelstandsbank IKB stellt die Frage in den Vordergrund: Ist der Mittelstandsfinanzierer, an dem das Bankhaus Sal. Oppenheim & Cie. nach Bekanntwerden der Krise im Sommer die Beteiligung auf fünf Prozent aufgestockt hat, noch zu retten?

„Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass die IKB ein gesundes Kerngeschäft besitzt“, erklärt der Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter von Oppenheim, Matthias Graf von Krocknow. Man sage auch immer wieder den Vertretern der Großaktionäre, dass es eigentlich besser sei, dieses Kerngeschäft positiv darzustellen. „Wir sind überzeugt, dass zwar nicht das Verbriefungsgeschäft, aber das Kreditgeschäft und die strukturierten Finanzierungen eine vernünftige Grundlage darstellen“, ergänzt Mitgesellschafter Friedrich Carl Janssen. „Mit deren Kundenbasis können wir uns Lösungen vorstellen, dieses Geschäft auf Dauer nach vorn zu bringen“, erklärt Janssen.

Welche Lösungen gibt es denn noch?

Wertkorrekturen von 35 Millionen Euro bei der IKB-Beteiligung, also fast zehn Prozent des Vorjahresergebnisses, wie Krockow erläutert, sind die einzige nennenswerte Belastung im Abschluss 2007. Würde Oppenheim noch einmal bei einer Kapitalerhöhung mitwirken? Janssen will das nicht ausschließen. „Aber was wir nicht tun werden: einfach an einer Kapitalerhöhung ohne Lösung für die Bank teilnehmen.“

Welche Lösungen gibt es denn noch? Die IKB benötige Finanzierungszusagen und Risikoabsicherungen. Sie habe lange durch ihre Aktionäre - zunächst die Allianz und später durch die staatliche Förderbank KfW - ein erstklassiges Rating und damit günstige Refinanzierungskosten gehabt. Das ist vorbei. „Deshalb sind für eine Übergangszeit, bis das Risiko der IKB neu adjustiert ist, Finanzierungsgarantien erforderlich“, sagt Janssen, der im Führungsgremium unter anderem für den Bankbetrieb und das Risikomanagement zuständig ist.

„Das muss bis Ostern oder früher geklärt werden“

Schnelligkeit sei jetzt entscheidend. Auch wenn sich bisher trotz des breiten Angebots an Mittelstandsfinanzierungen im privaten wie öffentlichen Bankensektor kaum Firmenkunden von der IKB abgewendet hätten, könne sich das ändern, wenn in den nächsten Monaten immer mehr IKB-Berater das Haus verließen. „Die Rettung ist kein Thema für den Sommer, das muss bis Ostern oder früher geklärt werden“, drängt Janssen. Dabei spiele die Psychologie eine große Rolle. „Wenn die Botschaft herüberkommt, dass irgendein anderes Finanzinstitut die IKB glaubhaft begleiten wird, ist die technische Umsetzung sekundär“, meint Janssen.

Die Verkaufsunterlagen für das KfW-Paket an der IKB hat sich Oppenheim angeschaut. Aber aktiv wurde man nicht. „Wir glauben, dass es nur eine Lösung mit den Aktionären gibt, sind aber noch nicht angesprochen worden“, sagt Krockow. „Wir haben kein Interesse daran, die Beteiligung abzugeben. Es sei denn, ein inländischer Erwerber träte dort mit denselben Zielen wie Oppenheim an“, formuliert Janssen. Die Bank war Anfang 2003 mit der IKB eine Kooperation eingegangen, mit dem Ziel, sich gegenseitig Kunden zu den komplementären Geschäften der beiden Institute zuzuführen.

Dies sind Auszüge aus dem F.A.Z.-Gespräch mit Matthias Graf von Krockow und Friedrich Carl Janssen. Das vollständige Gespräch lesen Sie in der F.A.Z. vom 13. Februar 2008. Das Interview führten Brigitte Koch und Werner Sturbeck.

Quelle: F.A.Z., 13.02.2008, Nr. 37 / Seite 14
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