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Pressevertrieb vor Gericht Bauer klagt gegen Großhändler

 ·  Der Hamburger Bauer-Verlag klagt gegen den Bundesverband der Pressegroßhändler. Der Kartellprozess beginnt am Donnerstag in Köln und kann den Pressevertrieb auf den Kopf stellen.

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Der Tag, an dem sie sich zuletzt richtig in die Augen gesehen haben, war der 29. November 2010. Vorstandsmitglieder des Bundesverbands Presse-Grosso besuchten damals die Verlegerin Yvonne Bauer in Hamburg, um über einen neuen Vertrag zu verhandeln. Jetzt sehen sich der Bauer-Verlag und der Verband der Pressegroßhändler vor Gericht wieder: Das Landgericht Köln verhandelt an diesem Donnerstag, ob der Verband für seine Mitglieder überhaupt die geschäftlichen Konditionen aushandeln darf, nach denen jene Grossisten die Publikationen der Verlage als neutrale Dienstleister an 120.000 Einzelhändler ausliefern.

Die Klage hat die Bauer Vertriebs KG eingereicht. Diese wirft dem Verband ein Preis- und Konditionenkartell sowie kartellrechtswidrige und wettbewerbswidrige Behinderung vor; er soll es unterlassen, für Grossisten einheitliche Konditionen mit den Verlagen zu verhandeln sowie Grossisten aufzufordern, individuelle Verhandlungen mit Bauer zu verweigern. Mit Springer, Gruner+Jahr, Burda und WAZ bekennen sich dagegen alle anderen großen Verlage zum Grosso-System und haben sich mit neuen Konditionen bis 2018 daran gebunden (siehe Neuer Grosso-Vertrag: Verlage sparen Millionen im Pressevertrieb).

Die Klage richtet sich gegen genau das, was auch Bauer selbst noch am jenem Novembertag versucht hat: Der Verlag wollte die Summe, die er jedes Jahr für die Lieferung an die Kioske ausgibt, um mehr als ein Viertel auf etwa 42 Millionen Euro reduzieren, wie aus Branchenkreisen zu hören ist. Andernfalls würde Bauer die Kartellklage einreichen. Diese ist nun auf den Weg gebracht. Von ihrem Ausgang hängt jetzt das in 40 Jahren gewachsene Pressegroßhandelssystem ab (siehe Presse-Grosso vor Gericht: Sprengstoff für die gesamte Branche).

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09.06.2011, 02:56 Uhr

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Von Patrick Bernau

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