28.09.2007 · Die hohen Energiepreise heizen die Teuerung im Euro-Gebiet an. Die jährliche Inflationsrate stieg laut Eurostat im September auf 2,1 Prozent. In Deutschland fiel sie mit 2,5 Prozent noch höher aus, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Die Jahresteuerung in der Euro-Zone ist im September auf 2,1 Prozent gestiegen. Dies teilte das Europäische Statistikamt (Eurostat) am Freitag auf Basis einer ersten Schätzung mit. Damit lag die Inflation erstmals seit einem Jahr wieder über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank von maximal 2,0 Prozent. Im August hatte die Inflationsrate bei 1,7 Prozent gelegen. Weitere Details zur Preisentwicklung im September nennt Eurostat erst bei Vorlage der endgültigen Zahlen.
2,5 Prozent in Deutschland
In Deutschland fiel die Inflation im September noch höher aus. Gestiegene Preise für viele Lebensmittel sowie für Benzin, Diesel und Heizöl haben die Inflationsrate im September ungewöhnlich stark steigen lassen. Die Teuerungsrate werde voraussichtlich 2,5 Prozent betragen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden schon am Donnerstag nach Ergebnissen aus sechs Bundesländern mit. Das sei die höchste jährliche Teuerungsrate seit zwei Jahren. Im September 2005 hatte die Inflationsrate ebenfalls bei 2,5 Prozent gelegen.
Bedeutend teurer wurden vor allem die Preise für Heizöl, Benzin und Diesel, wie das Statistische Bundesamt mitteilte: Die Heizölpreise kletterten in den sechs Bundesländern im September um bis zu 6,1 Prozent, die Kraftstoffpreise um bis zu 11,6 Prozent im Vergleich zum September 2006. Auch bei Nahrungsmitteln verzeichneten die Statistiker einen kräftigen Preisschub: Sie wurden in den Bundesländern von September 2006 bis September 2007 um bis zu 3,4 Prozent teurer.
Wohl keine Zinserhöhung
Die endgültigen Ergebnisse wird das Statistische Bundesamt Mitte Oktober vorlegen. Aus Gründen der europäischen Vergleichbarkeit werde die Jahres-Inflationsrate dann vermutlich bei 2,7 Prozent liegen, erklärte die Behörde.
Deutschland und die Europäische Union haben sich zum Ziel gesetzt die Preissteigerung nicht über zwei Prozent steigen zu lassen. Dafür zuständig ist die Europäische Zentralbank. Sie bekämpft Preissteigerungen mit Zinserhöhungen. Die für September bereits angekündigte Erhöhung des Leitzinses ließen die Notenbanker wegen der gegenwärtigen Turbulenzen am Finanzmarkt aber ausfallen.
Beobachter gehen nicht davon aus, dass der deutliche Anstieg der Teuerung zu einer Anhebung des EZB-Leitzinses in der kommenden Woche führen wird. Zwar haben einige EZB-Offizielle darauf hingewiesen, dass die Aufwärtsrisiken für die mittelfristige Preisstabilität fortbestünden, zugleich hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wiederholt bekräftigt, dass man angesichts der von den Finanzmärkten ausgehenden Unsicherheiten für den Ausblick vor neuen geldpolitischen Schritten weitere Informationen sammeln wolle.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.364,65 | −2,12% |
| Dow Jones | 12.424,10 | −1,25% |
| EUR/USD | 1,2412 | −0,61% |
| Rohöl Brent Crude | 103,28 $ | −3,34% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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