http://www.faz.net/-gqe-74u77

Preisabsprachen : Milliardenstrafe gegen Fernsehhersteller-Kartell

  • Aktualisiert am

Auch Samsung gehört zum Bildröhrenkartell Bild: dpa

Die EU-Kommission hat gegen sieben Fernsehhersteller eine Rekordstrafe von insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro verhängt. Fast zehn Jahre lang hatten die Unternehmen beim Golfspielen die Preise von Fernseh- und Computerbildröhren abgesprochen. Philips will gegen die Strafe klagen.

          Die EU-Kommission hat eine Rekordstrafe gegen ein Kartell von Fernseher-Herstellern verhängt. Philips, LG Electronics, Samsung SDI, Technicolor und andere Anbieter müssen insgesamt 1,47 Milliarden Euro wegen Preisabsprachen bei Bildröhren zahlen, wie der Wettbewerbswächter am Mittwoch mitteilte. „Fast zehn Jahre lang (von 1996 bis 2006) trafen diese Unternehmen Preisabsprachen, teilten Märkte und Kunden untereinander auf und beschränkten ihre Produktion“, teilte die Kommission mit. Ungeschoren kam nur die Taiwaner Chungwa davon, die die Vorgänge bei der EU gemeldet hatte.

          „Diese Kartelle sind wie aus dem Bilderbuch. Sie vereinen die schlimmsten Verstöße gegen die Wettbewerbsregeln“, erklärte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia. Die Absprachen seien besonders stark zulasten der Kunden gegangen, da die Bildröhre einst 50 bis 70 Prozent des Preises von Bildschirmen ausgemacht hat. Die Verantwortlichen hätten Preise und Marktanteile bei sogenannten „grünen Treffen“ ausgekungelt, die oft mit einer Runde Golf endeten.

          Philips will Klage einreichen

          Die niederländische Philips, die ihr TV-Geschäft bereits im vergangenen Jahr aufgegeben hat, bekam eine Buße von 313,4 Millionen Euro aufgebrummt. Panasonic und Samsung müssen jeweils gut 150 Millionen Euro zahlen. Philips kündigte bereits an, gegen die Strafe vor Gericht vorzugehen. „Eine solche Strafe für ein Geschäftsfeld, aus dem wir 2001 ausgestiegen sind, ist unverhältnismäßig und ungerechtfertigt“, klagten die Holländer. Gleichwohl stellten sie gut eine halbe Milliarde Euro für die Strafe im laufenden Quartal zurück. Der größte deutsche TV-Hersteller Loewe ist nicht betroffen, die Franken haben traditionell Bildröhren nicht selbst hergestellt.

          Deutsche Hersteller spielen im globalen Riesengeschäft mit Fernsehern und Co kaum mehr eine Rolle. Allenfalls auf dem Heimatmarkt können Loewe, Metz und TechniSat Achtungserfolge erzielen. Der Weltmarkt ist fest in der Hand der Koreaner: Etwa jedes dritte TV-Gerät stammt inzwischen von Samsung oder LG.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eine Verlängerung der Übergangsperiode würde beiden Seiten auch mehr Zeit verschaffen, eine Lösung für das Irland-Problem zu finden - unser Bild zeigt die Grenze zwischen Irland und Nordirland.

          F.A.Z. exklusiv : EU bietet Briten längere Übergangsphase an

          Angesichts der schwierigen Brexit-Verhandlungen hat die EU-Kommission ihre harte Position geändert und eine Verlängerung der Übergangsperiode ins Spiel gebracht. Damit könnte Großbritannien länger als bisher vorgesehen in Binnenmarkt und Zollunion der EU bleiben.

          Hinweise auf Mord : Pompeos Krisentreffen in Saudi-Arabien

          Ermittler haben die saudische Botschaft in Istanbul durchsucht – um herauszufinden, was mit dem Journalisten Khashoggi passiert ist. Und sie wurden offenbar fündig. Der amerikanische Außenminister schlägt derweil versöhnliche Töne an.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.