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Postbank 449 Millionen Euro Verlust schocken die Börse

27.10.2008 ·  Die Deutsche Postbank ist durch die internationale Finanzkrise überraschend in größere Probleme geraten. Die Post-Tochter bezifferte den Vorsteuerverlust im dritten Quartal auf 449 Millionen Euro. Auch die Muttergesellschaft Deutsche Post bekommt die Folgen der Finanzkrise massiv zu spüren.

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Die Deutsche Postbank ist durch die internationale Finanzkrise überraschend in größere Probleme geraten. Die Post-Tochter bezifferte den Vorsteuerverlust im dritten Quartal auf 449 Millionen Euro. Die Dividende für dieses Jahr wird gestrichen. Der Kurs der Aktie sackte um mehr als 20 Prozent und erreichte ein neues Rekordtief.

Hauptgrund sind Belastungen im Zusammenhang mit dem Engagement bei der zusammengebrochenen Investmentbank Lehman Brothers. Die Kernkapitalquote schmilzt per Ende September auf nur noch 5,5 Prozent, was äußerst gering ist. Die größte Filialkundenbank Deutschlands war bislang mit nur kleineren Schrammen durch die Krise gekommen.

Die Verschärfung der Marktlage nach dem Lehman-Kollaps bringen der Postbank nun neue Wertberichtigungen im Handels- und Finanzanlageergebnis. Um die so immer dünner gewordene Kapitaldecke zu stärken, soll das Eigenkapital um bis zu eine Milliarde Euro erhöht werden. Der Mehrheitseigner Post habe sich verpflichtet, Aktien gemäß seines Anteils von gut 50 Prozent zu zeichnen sowie alle darüber hinaus gehenden Papiere, die nicht platziert werden könnten. Dadurch könnte nach Post-Angaben der Anteil auf mehr als 62 Prozent steigen.

Postbank will vorerst keine staatlichen Kapitalhilfen

Angesichts der anhaltenden Finanzmarkt-Turbulenzen will die Postbank ihre Ziele für das laufende Jahr nicht aufrechterhalten. Eine neue Prognose wurde nicht genannt. „Ich halte es in der aktuellen Situation nicht mehr für angebracht, konkrete Zielen zu nennen“, sagte Klein.

Zudem gab die Postbank bekannt, sie wolle vorerst keine staatlichen Kapitalhilfen in Anspruch nehmen. „Wir haben uns für eine private Lösung entschieden“, sagte Finanzchef Marc Hess am Montag nach Bekanntgabe einer Kapitalerhöhung von einer Milliarde Euro, die vom Mehrheitseigner Deutsche Post garantiert wird. Die Postbank prüfe aber grundsätzlich alle Möglichkeiten des Hilfsfonds der Bundesregierung. Neben der Kapitalerhöhung will die Postbank ihre dünner gewordene Eigenkapitaldecke auch dadurch erhöhen, dass sie für dieses Jahr keine Dividende auszahlt.

Deutsche Bank steigt trotzdem bei der Postbank ein

Die Post erklärte parallel, dass sich dadurch an dem für das erste Quartal 2009 geplanten Einstieg der Deutschen Bank bei der Postbank nichts ändere. Die Deutsche Bank will im kommenden Jahr für 2,8 Milliarden Euro mit knapp 30 Prozent bei der Postbank einsteigen und hat zudem eine Option, später den restlichen Post-Anteil zu übernehmen. Der vereinbarte Preis liegt deutlich über dem aktuellen Postbank-Kurs. Die Aktien der Deutschen Bank rutschten am Montag um mehr als zwölf Prozent ab.

Post-Prognose für 2008 gekürzt, für 2009 zurückgezogen

Auch die Muttergesellschaft Deutsche Post bekommt die Folgen der Finanzkrise und ihres Übergreifens auf die Realwirtschaft massiv zu spüren. Der Konzern senkte am Montag sein Gewinnziel für 2008 um 500 Millionen Euro und wagt für 2009 keine Prognose mehr. An der Börse brachen auch die Aktien der Post massiv ein.

Vor allem in den Vereinigten Staaten musste die Post erneut Federn lassen. Sie fährt dort im Express-Geschäft seit Jahren hohe Verluste ein. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Bereich Express sank im Quartal um rund 30 Millionen Euro. Die Post hatte bereits angekündigt, in Amerika ihren Sanierungskurs zu forcieren. Für die Restrukturierung will sie nach früheren Angaben rund zwei Milliarden Dollar aufbringen, um die Verluste einzugrenzen.

Seine Prognose für das Gesamtjahr kürzte der Konzern um eine halbe Milliarde Euro und erwartet 2008 nunmehr ein Ebit vor Einmaleffekten von rund 2,4 Milliarden Euro (zuvor: 2,9 Milliarden Euro ohne die Postbank). Die konjunkturellen Probleme, die Brief- und Logistikkonzerne wie die Post früh zu spüren bekommen, würden auch die Aussichten für 2009 massiv beeinflussen, hieß es weiter. Obwohl der Vorstand weiter von einem Ergebnisanstieg für 2009 ausgehe, ziehe er seine bisherige Prognose von rund 3,4 Milliarden Euro zurück.

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