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Pin AG Post-Konkurrent droht mit Pleite

08.12.2007 ·  Die Deutsche Post will nach Informationen der F.A.S. entlassene Mitarbeiter des Briefdienstleisters Pin übernehmen. Springer erwägt jedoch, die Tochtergesellschaft ganz zu schließen. Arbeitsminister Scholz empfiehlt den Pin-Mitarbeitern, sich bei Entlassungen gerichtlich zu wehren.

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Die Deutsche Post will entlassene Mitarbeiter des Briefdienstleisters Pin übernehmen. „Die grundsätzliche Bereitschaft dazu ist da“, sagte ein Konzernsprecher der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). „Wir werden in jedem Einzelfall prüfen, ob wir eine Stelle zu vernünftigen Löhnen anbieten können. Das ist auch ein politisches Signal.“

Die Pin AG hatte als direkte Reaktion auf den von der Bundesregierung geplanten Mindestlohn angekündigt, etwa jeden Zehnten ihrer 9000 Mitarbeiter zu entlassen. Der Mutterkonzern Axel Springer erwägt jedoch, die Tochtergesellschaft ganz zu schließen. Entsprechende Schritte werden bereits vorbereitet. Die „Notbremse Insolvenz“ sei die wahrscheinlichste Option, so ist aus dem Umfeld des Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner zu hören: „Das Geschäftsmodell ist ruiniert.“

Scholz ruft zu Klagen gegen Entlassungen auf

Am Montag berät der Springer-Aufsichtsrat, ob der Konzern Geld nachschießt, um die Pin Group, an der er mit 70 Prozent beteiligt ist, zu retten. Springer hat bereits mehr als eine halbe Milliarde Euro in das Geschäft investiert. Ein Verkauf von Pin gilt als aussichtslos, weil sich keine Interessenten finden lassen. Man befasse sich „ernsthaft mit allen Optionen“, sagte eine Sprecherin des Springer-Konzerns. Voraussichtlich wartet der Konzern mit dem endgültigen Beschluss den 20. Dezember ab. Dann stimmt der Bundesrat über den Mindestlohn für Briefträger ab.

Für den Fall der Pin-Insolvenz sieht sich die Deutsche Post nicht in der Pflicht. „Das wäre eine kühle geschäftliche Entscheidung. Für das Scheitern des Geschäftsmodells können wir nicht haftbar gemacht werden“, sagte ein Post-Sprecher. Es sei ausgeschlossen, dass die Post alle 9000 Pin-Mitarbeiter aufnehme.

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) empfiehlt den Pin-Mitarbeitern, sich bei Entlassungen gerichtlich zu wehren. Der SPD-Politiker sagte der F.A.S., es stehe „viel Politik“ hinter den Ankündigungen der Post-Konkurrenten. „Wenn es zu diesen Entlassungen kommt, dann wünsche ich mir, dass viele Beschäftigte sich vor den Arbeitsgerichten zur Wehr setzen. Denn dann muss das Unternehmen Gründe, die man nachvollziehen kann, vortragen. Darauf bin ich gespannt.“ Die Ankündigung von Entlassungen hätte das Ziel, die Politik zu beeinflussen: „Die Öffentlichkeit soll beeindruckt, die Regierung und der Bundestag sollen unter Druck gesetzt werden. Das ist unanständig, und das werden wir uns nicht gefallen lassen.

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