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Pharmaverpackungen Gerresheimer kehrt an die Börse zurück

 ·  Vier Jahre nach dem Abschied von der Börse kehrt Gerresheimer auf das Parkett zurück. Das kündigte der Vorstandsvorsitzende Herberg im Gespräch mit der F.A.Z. an. Das Unternehmen braucht Kapital für sein Wachstum.

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Vier Jahre nach ihrem Abschied von der Börse kehrt die Gerresheimer Group auf das Parkett zurück. Inzwischen ist das Unternehmen zu einem der international führenden Anbieter von hochwertigen Pharmaverpackungen geworden. „Wir wollen den Börsengang möglichst im Juni abschließen und damit die nächste Stufe in unserer Unternehmensentwicklung zünden“, kündigte der Vorstandsvorsitzende des Düsseldorfer Unternehmens, Axel Herberg, im Gespräch mit der F.A.Z. an. Der Schritt an den Kapitalmarkt wird von den beiden Konsortialbanken Morgan Stanley und Credit Suisse begleitet.

Dem Unternehmen sollen beträchtliche Mittel aus einer Kapitalerhöhung zufließen. Angestrebt wird eine deutliche Reduzierung der hohen Schulden von rund 900 Millionen Euro. „Wir gewinnen mit dem Börsengang erheblichen Bewegungsspielraum, um unsere künftigen Wachstumschancen noch besser wahrnehmen zu können“, ist er überzeugt.

Mit einem in Finanzkreisen auf rund 800 Millionen Euro geschätzten Emissionsvolumen dürfte Gerresheimer zu den großen Börsengängen dieses Jahres zählen. Bei diesem Gewicht strebt Gerresheimer mittelfristig durchaus eine Notierung im Börsensegment M-Dax an.

Umsatzsprung von fast 40 Prozent

Nach Herbergs Einschätzung wird der heutige Eigentümer Blackstone mit einer signifikanten Beteiligung an Bord bleiben. Die Finanzinvestoren hatten Gerresheimer vor drei Jahren von den beiden Beteiligungsgesellschaften Investcorp und JP Morgan für gut 600 Millionen Euro übernommen und den tief greifenden Konzernumbau seither konstruktiv begleitet, wie der Gerresheimer-Chef hervorhob.

Das gilt vor allem für die Akquisition des in Europa führenden Kunststoffspezialisten Wilden zu Jahresbeginn. Sie hat dem Unternehmen nicht nur neue Märkte eröffnet, mit diesem Erwerb ist Gerresheimer auch ein Umsatzsprung von fast 40 Prozent auf annähernd 900 Millionen Euro gelungen.

„Nummer-Vier-Position kommt für uns nicht in Frage“

Gerresheimer, das noch bis Ende der neunziger Jahre wirtschaftlich unattraktives Standard-Behälterglas für Getränke und Nahrungsmittel produzierte, versteht sich heute als Spezialist für Verpackungslösungen aus Glas oder Kunststoff für die Pharmaindustrie. Dazu zählen Spritzensysteme, Ampullen oder Inhalatoren. Für alle Geschäftsfelder gilt die Vorgabe, jeweils führende Marktpositionen zu besetzen.

„Eine Nummer-Vier-Position kommt für uns nicht in Frage“, sagte Herberg. Beliefert werden internationale Pharmakonzerne von Astra Zeneca über Bayer bis zu Pfizer oder Roche. Ein kleiner Anteil des Umsatzes wird mit Spezialfläschchen und Flakons für die Kosmetikindustrie erwirtschaftet. Durch Akquisitionen internationaler Spezialunternehmen hat sich der Umsatz innerhalb der vergangenen zwei Jahre nahezu verdoppelt. Fast drei Viertel davon stammen aus dem Ausland.

Weitere Zukäufe sind geplant

Nach den Plänen Herbergs soll Gerresheimer zügig weiterwachsen. Allein im Kerngeschäft Pharma und Life Science sieht er ein jährliches Marktwachstum von rund 7 Prozent. „Wir haben die Wachstumsraten der Pharmaindustrie, aber nicht deren Produktrisiken.“ Für Gerresheimer spiele es keine Rolle, ob ein patentgeschütztes Original oder ein Nachahmerprodukt verpackt werden müsse.

Weitere Zukäufe sind geplant. Zielrichtung ist der Erwerb zusätzlicher Technologien. Vor allem in der Sparte Kunststoffverpackungen erwartet Herberg noch Marktkonsolidierungen, an denen Gerresheimer teilhaben will. Regionale Lücken im Bereich Kunststoff will er unter anderem in Amerika und in China schließen. Aber auch die Pharma-Wachstumsmärkte Russland und Indien hat er im Blick.

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Jahrgang 1955, Wirtschaftskorrespondentin in Düsseldorf.

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