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Pharmaindustrie Politische Unsicherheiten belasten

04.09.2006 ·  Die Gesundheitspolitik hat Einfluß auf die Beschäftigungszahlen in der Pharmabranche. Obwohl diese rückläufig sind, haben Hersteller von Generika Schwierigkeiten Führungskräfte zu rekrutieren.

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Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Pharmaindustrie ist in den vergangenen Jahren in der Tendenz rückläufig. Die betroffenen Unternehmen begründen das mit den zahlreichen gesundheitspolitischen Eingriffen, mit denen die Branche Jahr für Jahr zu kämpfen hat.

Ob ein Pharmamittelständler wie das Hamburger Unternehmen Desitin oder ein Pharmakonzern wie Boehringer Ingelheim, es würde in der Branche wohl so gut wie keine Neueinstellungen geben, ergäben sich nicht neue Chancen im Ausland. Bei Boehringer Ingelheim ist zu hören, daß die frei werdenden Stellen nach wie vor durch die eingehenden Bewerbungen ohne große Schwierigkeiten besetzt werden können. Online-Bewerbungen über das Internet werden dabei bevorzugt entgegengenommen, was für Hochschulabsolventen inzwischen aber auch selbstverständlich sei.

Absolventen der Wirtschaftswissenschaften

Dort, wo eingestellt wird, haben nach den Worten von Gerhard Tschentscher, dem Vice President Human Resources von Pfizer Deutschland, nach wie vor neben Absolventen naturwissenschaftlicher Studiengänge wie Medizin, Pharmazie und Biologie besonders auch Fachhochschul- und Universitätsabsolventen der Wirtschaftswissenschaften sowie des Wirtschaftsingenieurwesens gute Einstiegschancen. Wirtschaftswissenschaftlern werden nach seinen Worten verschiedene Traineeprogramme angeboten, zum Beispiel im Bereich Finanzen, in der Personalwirtschaft und im Marketing.

Für Wirtschaftsingenieure seien Traineeprogramme in der Materialwirtschaft geeignet, wo Produktionslinien geplant und effizient gesteuert werden. Die Dauer der jeweiligen Programme variiere zwischen zwölf und 24 Monaten. Berufseinsteiger erhalten bei Pfizer ein Gehalt zwischen 40.000 und 60.000 Euro brutto im Jahr. In der Regel bilden die deutschen Pharmakonzerne auch aus. Boehringer Ingelheim etwa stellt für das am 1. September beginnende Ausbildungsjahr 233 (Vorjahr: 228) Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Hersteller von Generika haben es schwer

Wirklich schwierig scheint es indes für die Hersteller von Nachahmermedikamenten (Generika) zu sein, qualifizierten Nachwuchs vor allem auf Führungspositionen zu finden. Das gilt für Deutschland, besonders aber für die so interessanten Märkte im Ausland. Der drittgrößte deutsche Anbieter der Branche, die Stada AG aus Bad Vilbel bei Frankfurt, legt bei Unternehmensübernahmen deshalb größten Wert darauf, alle leitenden Mitarbeiter zu halten.

Vor Zukäufen gegen den Willen des Managements der für eine Übernahme ausersehenen Firma schreckt der Stada-Vorstand aus diesem Grund zurück. Im Rest der Pharmabranche agieren nicht alle Unternehmen bei ihren Akquisitionen so vorsichtig - auch das könnte ein Hinweis darauf sein, daß mancher Mitarbeiter ersetzbar zu sein scheint.

Quelle: Kno. / F.A.Z., 01.09.2006
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