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Pharma-Unternehmer Adolf Merckle verhandelt über Staatsbürgschaft

17.11.2008 ·  Der Pharmaunternehmer Adolf Merckle soll mit riskanten Spekulationen auf fallende VW-Aktien eine Milliarde Euro verloren haben. Jetzt hat er nach F.A.Z.-Informationen beim Wirtschaftsministerium von Baden-Württemberg angeklopft, um eine Staatsbürgschaft zu erhalten.

Von Susanne Preuß
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Der in Geldnöte geratene Blaubeurer Unternehmer Adolf Merckle hat offenbar beim Wirtschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg die Möglichkeit sondiert, eine Bürgschaft zu erhalten. Das ist aus Kreisen der Landesregierung zu hören. Ein erstes Gespräch zwischen politischen Vertretern und Banken hat nach Informationen der F.A.Z. an diesem Montag schon stattgefunden.

Das lässt den Schluss zu, dass die Probleme, die durch die Spekulationen Merckles mit VW-Optionen entstanden sind, längst nicht mehr auf das Privatvermögen der Familie Merckle beschränkt sind, die bisher zu den reichsten Familien Deutschlands zählte.

Mehr als eine Milliarde Euro mit VW-Spekulationen verloren

Der 74 Jahre alte Adolf Merckle, der sein weitverzweigtes Firmenimperium oft durch gewagte Finanzkonstruktionen vorangebracht hat, soll mehr als eine Milliarde Euro verloren haben, indem er mit Optionsgeschäften auf fallende VW-Kurse setzte - eine Wette, die nicht aufging (siehe auch: Adolf Merckle verspekuliert sich mit VW-Aktien). Nun verhandelt er mit Banken über einen Überbrückungskredit. Diese Banken wiederum wollen offenbar ihr Engagement durch eine Landesbürgschaft gesichert sehen. Ob ein Scheitern der Verhandlungen zu Problemen für einzelne Merckle-Unternehmen führen würde oder lediglich das Privatvermögen der Familie beträfe, war bisher nicht klar.

„Man sieht eine drohende Illiquidität“, heißt es in Verhandlungskreisen, ohne dass zu erkennen gegeben wird, bei welcher der Merckle-Firmen es zu so existentiellen Problemen kommen könnte. Die grundsätzliche Lösung seiner finanziellen Schwierigkeiten sieht Merckle offenbar im Verkauf des Generikaherstellers Ratiopharm.

Sollte ein ausländischer Investor einsteigen, könnte dies für Baden-Württemberg mittelbar negative Wirkungen haben. Der Stammsitz Ulm wäre dann möglicherweise nur noch der Sitz einer deutschen Tochtergesellschaft eines internationalen Konzerns.

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