Home
http://www.faz.net/-gqi-nvd4
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Pharma Guter Start für das Bayer-Potenzmittel Levitra

24.09.2003 ·  Das wichtigste neue Produkt aus dem Portfolio des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer ist offenbar erfolgreich gestartet.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Das wichtigste neue Produkt aus dem Portfolio des Pharma- und Chemiekonzerns ist offenbar erfolgreich gestartet. Wenige Wochen nach der Markteinführung in Amerika hat das Mittel Levitra gegen Erektionsstörungen einen signifikanten Anteil an den Neuverschreibungen von Potenzpillen erreicht. Auch in Europa, wo das Mittel schon im Frühjahr auf den Markt kam, scheint der Start geglückt. Das Medikament könnte sich zu einem ernsthaften Konkurrenten für die den Markt dominierende Pille Viagra des Pharmakonzerns Pfizer entwickeln.

Nach Daten des amerikanischen Marktforschungsinstituts Impact Rx hat Levitra bis zum Dienstag vergangener Woche einen Anteil von 50 Prozent an den Neuverschreibungen erreicht. Allerdings berücksichtigen diese Zahlen nur Patienten, die zum ersten Mal überhaupt Potenzpillen verschrieben bekamen. Somit bilden sie nur einen kleinen Teil des Gesamtmarktes ab. Darüber hinaus erfaßt die Studie nur die Verschreibungen und nicht die tatsächlichen Verkäufe in Apotheken, und diese Zahlen können voneinander abweichen.

Der Wettbewerber Pfizer macht im Gespräch mit dieser Zeitung eine andere Rechnung auf, die allerdings noch immer ein respektables Ergebnis für den deutschen Konzern wäre: Ein Sprecher zitiert Erhebungen des Marktforschungsinstituts IMS Health, wonach Levitra seit seiner Einführung einen Anteil von knapp 8 Prozent bei Neuverschreibungen erreicht hat. Viagra halte dagegen noch immer einen Anteil von mehr als 90 Prozent. Den großen Unterschied zu den Impact-Rx-Zahlen erklärt er unter anderem damit, daß IMS nicht allein Neuverschreibungen erfasse, und somit auch solche Patienten, die schon vorher Potenzpillen (in der Regel Viagra) gekauft haben.

In Deutschland hat Levitra wenige Monate nach dem Verkaufsstart im Frühjahr einen Marktanteil von 15 Prozent in Apotheken erreicht, wie Vorstandschef Werner Wenning im August gegenüber Analysten sagte. Für den gesamten europäischen Markt dürfte dieser Wert ähnlich sein. Den zu diesem Zeitpunkt noch überwiegend in Europa erzielten Umsatz mit Levitra bezifferte Wenning auf 23 Millionen Euro. Levitra darf mittlerweile in mehr als 50 Ländern verkauft werden.

Pfizer sieht seine dominierende Position auch nach dem Markteintritt von Levitra nicht gefährdet: "Wir sind zuversichtlich, daß wir Marktführer bleiben und daß die Patienten zu Viagra zurückkehren, wenn sie Levitra einmal probiert haben", sagte der Sprecher weiter. Auch nach dem Markteintritt von Levitra gebe es kein besseres Medikament gegen Potenzstörungen als Viagra.

Trotzdem nimmt Pfizer seine Konkurrenz sehr ernst: Am Mittwoch wurde bekannt, daß Pfizer eine neue Klage gegen Bayer und seinen Vertriebspartner Glaxo Smith Kline eingereicht hat. Dabei handelt es sich nach Angaben von Bayer um die Erweiterung einer Klage vom vergangenem Herbst. Pfizer hatte Bayer in der damaligen Klage Patentverletzung vorgeworfen. Den Schritt hat Pfizer nach Angaben von Bayer wegen des Verkaufsstarts von Levitra unternommen, er gehe aber inhaltlich nicht über die schon bestehende Klage hinaus. Auch der Wettbewerber Eli Lilly, der in Kürze ebenfalls eine Potenzpille mit dem Namen Cialis auf den Markt bringen will, wurde von Pfizer verklagt. In Deutschland wird Cialis schon heute verkauft.

Levitra hat nach Angaben von Bayer-Chef Wenning das Potential, einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro zu erreichen. Nach Angaben von Bayer gibt es allein in Amerika 30 Millionen potentielle Kunden. Auf der Internetseite von Levitra weist das Unternehmen auf Studien hin, wonach jeder fünfte Mann im Alter von über 40 Jahren unter Erektionsstörungen leide. (B.K./lid.)

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.09.2003, Nr. 223 / Seite 17
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Barrosos Verantwortung

Von Werner Mussler, Brüssel

Die EU-Kommission schaut den EU-Staaten auf die Finger: Sind ihre Haushalte in Ordnung? Wie sie diese Kontrolle ausübt, wird sich in der Politik entscheiden - abhängig davon, ob sich der französische Weg oder der deutsche Weg zur Krisenbekämpfung durchsetzt. Mehr 1

30.05.2012 16:51 Uhr
  Vortag
Dax 6.281,97 −1,80%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.368,78 −1,82%
Dow Jones 12.429,70 −1,20%
EUR/USD 1,2389 −0,80%
Rohöl Brent Crude 103,55 $ −3,09%
Gold 1.579,50 $ 0,00%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.