10.11.2006 · Nach der Übernahme des Pharmakonzerns Schering strukturiert Bayer kräftig um: Der Konzern legt seine internationale Forschung zusammen und konzentriert sich auf nur noch drei Forschungsstandorte. Das kostet in einem ersten Schritt 600 Jobs.
Der Pharmakonzern Bayer hat weitere Integrations-maßnahmen für Schering beschlossen und gibt seinen Forschungsaktivitäten eine neue Struktur. Die weltweiten Forschungs-programme und Forschungsaktivitäten, die bisher an verschiedenen Standorten angesiedelt seien, werden in Berlin und Wuppertal sowie Berkeley im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien zusammengelegt, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend in Leverkusen mit.
Die Verlagerung der Forschungsaktivitäten soll voraussichtlich bis Ende des ersten Halbjahres 2007 abgeschlossen sein. Bayer hatte das Berliner Unternehmen im Juni nach einem Bietergefecht mit dem Wettbewerber Merck für rund 17 Milliarden Euro übernommen. Es war die größte Akquisition in der mehr als 114-jährigen Geschichte des Bayer-Konzerns. Mit dem Kauf von Schering steigt Bayer an die Spitze der deutschen Pharmakonzerne vor Boehringer Ingelheim auf.
600 Stellen in der Forschung betroffen
Es werde erwartet, daß von der Neuordnung rund 600 Stellen, überwiegend in der Forschung betroffen sein werden, teilte Bayer weiter mit. Hinzu kämen nach und nach 200 Stellen, die über die gesamte amerikanische Organisation von Bayer Schering Pharma abgebaut werden sollen.
Die Forschungsstandorte West Haven in Connecticut und Richmond in Kalifornien von Berlex, so heißt die Tochter von Schering in den Vereinigten Staaten, würden geschlossen. Die amerikanische Zentrale für den Vertrieb der künftigen Bayer Schering Pharma AG werde in Wayne und Montville in New Jersey angesiedelt. Dazu gehören die Onkologie, die Spezial-Therapeutika und die amerikanische Produktentwicklung sowie weitere Bereiche. Mitarbeiter dieser Funktionen an anderen Standorten sollen in den nächsten zwölf bis 18 Monaten an den neuen Hauptsitz wechseln.
Synergien von 700 Millionen Euro erwartet
In Deutschland soll die derzeitige Vertriebsorganisation von Schering mit Sitz in Berlin an den Standort der Bayer Health-Care-Vertriebseinheit für Deutschland (Bayer Vital) nach Leverkusen umziehen. Unternehmenskreisen zufolge wird dies in der Hauptstadt rund 270 Arbeitsplätze kosten. Ferner ist laut Bayer geplant, zwei Einheiten der Bayer Health-Care-Division Pharma von Wuppertal beziehungsweise Leverkusen an den zukünftigen Sitz von Bayer Schering Pharma nach Berlin zu verlagern. Die Standortmaßnahmen in Deutschland wie auch in den anderen Ländern würden jetzt nach den jeweiligen rechtlichen Vorgaben eingeleitet. Konkrete Angaben zu Mitarbeiterzahlen und Zeitplänen sind laut Bayer derzeit noch nicht möglich.
Bayer erwartet aus der Schering-Integration insgesamt Synergien von 700 Millionen Euro, die ab 2009 erreicht werden sollen. Nach früheren Angaben sind insgesamt rund 6000 Arbeitsplätze, das sind etwa zehn Prozent der Stellen in den zusammengefaßten Gesundheitssparten, durch die Übernahme gefährdet. Der Hauptsitz der künftigen Bayer Schering Pharma AG soll Berlin sein.
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.368,78 | −1,82% |
| Dow Jones | 12.429,70 | −1,20% |
| EUR/USD | 1,2389 | −0,80% |
| Rohöl Brent Crude | 103,55 $ | −3,09% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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